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Aktuelles Thema: Der weibliche Zyklus

 

Unsere Expertin:

 

Dr. Maria Hengstberger

Fachärztin für Frauenheilkunde (Gynäkologie)


GSÖ Schwerpunktthema: „28 Days“ – Was junge Frauen über ihren Zyklus wissen sollten

Für Unterrichtszwecke stehen ein GSÖ-Mädchenmagazin (empfohlen ab 12 Jahren) sowie Lehrunterlagen zur Verfügung:

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Der Weg vom Mädchen zur jungen Frau bringt in der Pubertät viele neue Themen und Fragen mit sich: rund um den eigenen Körper, den ersten Freund und – wenn die Zeit reif ist – erste sexuelle Erfahrungen. Mit der ersten Regelblutung (Menstruation) beginnt ein monatlicher Zyklus, der auf das Wohlbefinden und die Stimmung einer Frau oft wesentlichen Einfluss nimmt. Wenn man den eigenen Zyklus genauer beobachtet, kann man viel über sich selbst lernen.  Du kannst vielleicht beobachten, dass es in jedem Monat dieselben Tage sind, an denen du dich besonders energiegeladen fühlst oder an denen du manchmal scheinbar grundlos traurig bist. Das alles gehört zum „Frau-Sein“ dazu. Wenn möglich sollte jede junge Frau ihren Monatszyklus bewusst erleben, bevor mit einer hormonellen Verhütungsmethode begonnen wird (denn dann können wir diese natürlichen Abläufe nicht mehr spüren). Dazu dient der 3-Monats-Kalender im GSÖ-Mädchenmagazin „28 Days“, das du >> hier downloaden kannst!  Aber Achtung: DER KALENDER IST KEINE VERHÜTUNGSMETHODE!!! Hier findest du kurz zusammengefasst die wichtigsten Infos rund um deinen Monatszyklus und – ganz besonders wichtig – die richtige Verhütung! Mehr zur Vermeidung sexuell übertragbarer Erkrankungen findest Du >> hier!


Die erste Regel

Der weibliche Zyklus: Was passiert im Körper?

Weibliche Hormone als Stimmungsbarometer

Kann man den Eisprung spüren?

Dein 3-Monats-Kalender

Das „erste Mal“ – wann ist der Zeitpunkt richtig?

Verhütung: Das Wichtigste in Kürze

Aufklärung für Mädchen in Entwicklungsländern: Über die „Aktion Regen“


Die erste Regel

Der monatliche Zyklus ist ein wichtiger Teil des Frau-Seins. Die hormonellen Schwankungen im Laufe eines Monats beeinflussen bei vielen Mädchen und Frauen maßgeblich die Stimmung und das Wohlbefinden. Mit der ersten Menstruation beginnt dieser Zyklus und wiederholt sich Monat für Monat. Wenn du weißt, was in deinem Körper passiert, kannst du dich selbst ein gutes Stück besser verstehen. Meist setzt die erste Regelblutung zwischen dem 10. und dem 16. Lebensjahr ein. Auslöser für die erste Regel und alle anderen körperlichen Veränderungen in der Pubertät (z.B. Busen, Schambehaarung) sind die weiblichen Hormone. Die Regelblutung kommt in den ersten Monaten oft sehr unregelmäßig. Gib deinem Körper einfach die Zeit, sich langsam umzustellen und an das Frau-Sein zu gewöhnen. Ingesamt braucht dein Körper nach der ersten Regel etwa ein Jahr, bis sich der Zyklus einigermaßen einpendelt.


Der weibliche Zyklus: Was passiert im Körper?

Ein Zyklus beginnt immer mit dem ersten Tag der Regelblutung. Er dauert im Durchschnitt 28 Tage – es können aber auch nur 21 oder sogar 35 Tage sein. Der weibliche Zyklus wird durch Hormone gesteuert. Das sind Botenstoffe, die unser Körper selbst produziert und die in unserem Körper viele Funktionen erfüllen. Hormone sind auch dafür verantwortlich, dass sich in den Eierstöcken ein so genannter „Follikel“ bildet. Das ist ein kleines mit Flüssigkeit gefülltes Bläschen, in dem eine Eizelle sitzt, die nun rund 14 Tage Zeit hat, um heranzureifen. Der Follikel bildet auch selbst Hormone. Diese weiblichen Geschlechtshormone nennt man Östrogene. Während die Eizelle im Eierstock reift, verändern die Östrogene die Gebärmutterschleimhaut: Sie wird dicker und besser durchblutet, damit sich ein befruchtetes Ei in ihr einnisten kann. Nach etwa 14 Tagen platzt der Follikel („Eisprung“) und die Eizelle macht sich auf den Weg durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Während dieser Wanderung beginnt der Rest des Follikels am Eierstock das Hormon Progesteron zu produzieren. Durch das Progesteron wird der Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Wird die Eizelle auf dem Weg zur Gebärmutter nicht befruchtet, kommt es etwa 14 Tage nach dem Eisprung zur Regelblutung. Die Gebärmutterschleimhaut wird zusammen mit dem nicht befruchteten Ei abgestoßen und ein neuer Zyklus kann beginnen.


Weibliche Hormone als Stimmungsbarometer

Mal ist man als Mädchen traurig und kaum aufzuheitern. Dann könnte man wieder die ganze Welt umarmen und ist voller Tatendrang. Du kennst dieses Auf und Ab? Die meisten Frauen bemerken Stimmungsschwankungen, die mit dem Zyklus in Zusammenhang stehen – manche mehr, manche weniger. Tipp: Wer seinen Körper gut kennt, kann sich dieses Wissen auch zu Nutze machen. Rund um den Eisprung ist man als Frau in Höchstform, nach außen gerichtet und energiegeladen. Plane z.B. deinen Referatstermin, sportliche oder gesellige Aktivitäten in diesen Tagen ein. Vor der Menstruation ist man dagegen oft müde, in sich gekehrt und nachdenklich. Nutze auch diese Zeit und gib deinem Körper die Ruhe, die er braucht. Wenn wir in uns selbst hineinhören, finden wir gerade in dieser sensiblen und intuitiven Zeit oft Antworten auf wichtige Fragen im Leben. Triff dich mit einer Freundin, lies ein gutes Buch und nimm dir Zeit, um herauszufinden, was dir wirklich wichtig ist!


Kann man den Eisprung spüren?

Wenn man sich bewusst mit dem Körper auseinandersetzt kann man auch den Eisprung spüren. Zum Zeitpunkt des Eisprungs sondert die Scheide einen zähflüssigen Schleim ab. Wenn man ihn am Scheideneingang ertastet merkt man, dass er sich wie „Eiklar“ zwischen den Fingern zu Fäden ziehen lässt.* An diesen Tagen wird man ganz besonders leicht schwanger. Manche Frauen spüren beim Eisprung auch ein leichtes Ziehen links oder rechts im Unterbauch („Mittelschmerz“).


Dein 3-Monats-Kalender

Auch wenn dein Leben voller Action ist: Nimm dir manchmal Zeit in dich hineinzuhören. Der Weg vom Mädchen zur erwachsenen Frau bringt eine Menge an Veränderungen mit sich. Umso wichtiger ist es, sich selbst gut kennenzulernen und sich bewusst mit den Abläufen im eigenen Körper auseinanderzusetzen. Der monatliche Zyklus ist ein wichtiger Teil des Frau-Seins. Wenn möglich sollte jede junge Frau ihren Monatszyklus bewusst erleben, bevor mit einer hormonellen Verhütungsmethode begonnen wird (denn dann können wir diese natürlichen Abläufe nicht mehr spüren). Dazu dient der 3-Monats-Kalender, den du hier downloaden kannst. Beginne mit dem ersten Tag deiner nächsten Regel zu beobachten, wie es dir geht. Mach täglich eine kleine Notiz in den Kalender.


Hier geht´s zum Download: >> hier klicken!


Das „erste Mal“ – wann ist der Zeitpunkt richtig?

Sexualität ist ein sehr sensibler Bereich. Deine ersten Erfahrungen solltest du daher unbedingt mit einem Menschen machen, den du liebst und von dem du ganz sicher bist, dass es ihm genauso geht! One-Night-Stands sind nicht das Richtige für erste Erfahrungen und für die meisten jungen Frauen psychisch sehr belastend. Es gibt keinen Grund zur Eile, lass dir mit allem so viel Zeit wie du möchtest. Es ist nicht wichtig, wer deiner Freundinnen und Freunde wann, wie und mit wem schon hat oder nicht. Der wichtigste Rat: Vertrau ganz auf dein Bauchgefühl! Wenn alles in dir „Ja“ sagt und du sicher bist, dass ihr einander wirklich liebt – dann ist der richtige Zeitpunkt da. Wer sich bereit fühlt für erste sexuelle Kontakte, sollte auch bereit sein, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Man kann sich vor einer ungewollten Schwangerschaft und nahezu allen sexuell übertragbaren Erkrankungen sehr gut schützen! Der springende Punkt ist: Wissen reicht nicht – man sollte es auch wirklich TUN! Erspar dir selbst unnötige Sorgen und kümmere dich gemeinsam mit deinem Freund um das Thema Verhütung und den richtigen Schutz! Wenn du dich traust oder ohnehin eine gute Gesprächsbasis hast, kannst du auch mit deinen Eltern über diese wichtige Angelegenheit sprechen. Das Thema ist ihnen bestimmt nicht fremd und möglicherweise können sie dich bei deinen Entscheidungen unterstützen.


Verhütung: Das Wichtigste in Kürze

Hormonelle Verhütungsmittel schützen dich sehr zuverlässig vor einer Schwangerschaft – vorausgesetzt man wendet sie richtig an bzw. nimmt die Pille regelmäßig ein. Verhütungspflaster oder Verhütungsring haben den Vorteil, dass man nicht täglich daran denken muss. Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Verhütungsmethoden, wie das Diaphragma, ein Hormonimplantat, die 3-Monats-Spritze oder eine Hormonspirale – diese sind allerdings für Jugendliche in der Regel nicht oder weniger geeignet. Wichtig: Natürliche Methoden durch Temperaturmessung oder Aufzeichnungen des Zyklus sind NICHT GEEIGNET, wenn man eine Schwangerschaft wirklich zuverlässig verhindern will! Diese Methoden, dienen eher dazu, eine Schwangerschaft zu planen. Nur in den sehr armen Entwicklungsländern – wo oft keine Verhütungsmethoden zur Verfügung stehen – kann man auf diesem Weg zumindest die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft reduzieren. Am besten du besprichst mit einer Frauenärztin/einem Frauenarzt, welches für dich die beste Methode ist! Das Kondom sollte beim Sex immer ein „Fixstarter“ sein. Hier geht´s nicht nur um Verhütung! HIV (Aids), Syphilis oder Genitalwarzen – da hört der Spaß einfach auf! Auch wenn ihr ein anderes Verhütungsmittel verwendet, sollte das Kondom euer ständiger Begleiter sein. Nur ein Kondom schützt dich vor sexuell übertragbaren Erkrankungen (>> mehr dazu). Wenn ihr es irgendwann weglassen wollt, solltet ihr einander schon echt gut kennen und davor checken, ob ihr beide wirklich gesund seid (Test!).


Der erste Besuch bei einer Frauenärztin/einem Frauenarzt

Geh am besten zu einer Frauenärztin/ einem Frauenarzt, mit der/dem Menschen in deinem Umfeld schon gute persönliche Erfahrungen gemacht haben! Oft ist es angenehm, gemeinsam mit Mama oder Freundin zum ersten Termin zu kommen. Eine Untersuchung beim Frauenarzt darf keinesfalls weh tun! Sie/Er soll sich genug Zeit nehmen, um alle deine Fragen zu beantworten und dir genau zu erklären, wie die Untersuchung abläuft. Such dir eine Ärztin/einen Arzt der/dem du vertraust und bei der/dem du dich wohl und gut aufgehoben fühlst. Sprich ganz offen mit deiner Ärztin/deinem Arzt. Ihr/Sein wichtigstes Anliegen ist, dass du gut geschützt bist!


Aufklärung für Mädchen in Entwicklungsländern: Über die „Aktion Regen“

Auch in den ärmsten Ländern der Welt ist die Vermittlung von Wissen über den weiblichen Zyklus von großer Bedeutung. Wenn auch auf ganz andere Weise als bei uns. Ein Film zeigt die Bemühungen, durch Bildung eine bessere Zukunft zu schaffen (>>Link).  Unsere GSÖ-Expertin Dr. Maria Hengstberger ist auch Obfrau und Gründerin der Aktion Regen und setzt sich seit Jahrzehnten aktiv für die Bildung der Menschen in Entwicklungsländern ein: „Das bedeutendste Problem unserer Erde im Kampf gegen Hunger und Armut ist die Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern. 10 und mehr Kinder pro Familie sind in den ärmsten Ländern Afrikas und Asiens keine Seltenheit. Schnell leuchtet ein, dass es immer schwerer wird, die Vielzahl an Menschen mit Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe zu versorgen. Nachhaltige Hilfe ist nur durch Bildung möglich. Wissen über Verhütung, Familienplanung und Schutz vor HIV ist die einzige echte Chance!

Hier findest du ein Interview mit Dr. Hengstberger >> Download

Mehr über die Aktion Regen findest du unter www.aktionregen.at