GSÖ
Vorstand
Statuten
Mitgliedschaft

Themenbereich: Akne

 

Unsere Expertin:

 

Univ.-Prof. Dr. Angelika Stary

Präsidentin der Österr. Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (www.oegdv.at)


80–90% aller Jugendlichen haben mit Akne zu kämpfen

Akne ist damit die häufigste Hauterkrankung überhaupt, und keiner ist mit dem Problem alleine. Die Pubertät kurbelt die Hormonproduktion an – Mitesser und Pickel sind eine lästige Folge davon. Gerade bei schwereren Formen bedeutet das oft eine echte Belastung. Wichtig zu wissen: Man muss sich nicht damit abfinden, sondern kann durch die richtige Pflege und rechtzeitige Behandlung wirksam etwas dagegen tun, um Narben zu verhindern.


Die richtige Ansprechperson rund um Akne ist eine Hautärztin/ein Hautarzt (Dermatologin/Dermatologe)

Auch wenn dir das Problem noch nicht ganz so schlimm vorkommt, zahlt sich ein Arztbesuch aus. Es gibt für jede Form der Akne die richtige Behandlung. Damit kann man einer Verschlechterung vorbeugen und bleibende „Akne-Narben“ bestmöglich verhindern. In der überwiegenden Zahl der Fälle klingt die Akne spätestens nach dem 20. Lebensjahr wieder ab – umso mehr sollte deine Haut diese Zeit gut überstehen. Wenn du Fragen hast, steht dir auch deine Schulärztin/dein Schularzt zur Verfügung.


AKNE? WAS, WIE, WARUM?

Warum bekommt man gerade in der Pubertät Pickel?
In der Pubertät kommt es sowohl bei Burschen als auch bei Mädchen zu einer vermehrten Ausschüttung des Geschlechtshormons Testosteron. Dieser Hormonschub kann die Produktion von Talg erhöhen – manche Menschen reagieren mehr darauf, manche weniger. Mehr Talgproduktion bedeutet zunächst eine fettigere und glänzendere Haut – und die wiederum ist die Grundlage für die Entstehung von Mitessern und Pickeln.

Wie entsteht Akne?
Fettige Haut ist lästig, aber noch kein echtes Problem, solange der Talg gemeinsam mit abgestorbenen Hautschüppchen an die Oberfläche transportiert werden kann. Eine Akne beginnt erst, wenn die Talgdrüsenausgänge verstopfen. Die Talgdrüsen sitzen an den Wurzeln winziger Härchen vor allem im Gesicht, im Schulterbereich, auf der Brust und am Rücken. Wenn der Ausgang verstopft ist, entstehen zunächst so genannte „Mitesser“ (auch Komedonen genannt); wenn sich diese entzünden, werden sie zu entzündlichen Knötchen unter der Hautoberfläche (Papeln) oder „Eiterpickel“ (Pusteln).



WELCHE ARTEN VON AKNE GIBT ES?

Mit dem Begriff „Akne“ ist im normalen Sprachgebrauch meist die so genannte „Acne vulgaris“ gemeint. Das ist die „gewöhnliche“ Akne, die durch einen verstärkten Hormoneinfluss in der Pubertät entsteht. Sie tritt in unterschiedlichen Ausprägungen und Schweregraden auf.

Neben der Gesichtshaut sind oft auch Dekolleté, Schultern und Rücken betroffen. Aber es gibt auch Akne, die durch äußere Einflüsse (z. B. ölige Substanzen im Beruf: „Mechanikerakne“), Sonne (Mallorca-Akne) oder Medikamente ausgelöst werden kann.


ES GIBT VIELE MÄRCHEN RUND UM DAS THEMA AKNE.

Wir sagen dir, was davon wirklich stimmt.

„Wer Pickel hat, wäscht sich zu wenig!“

FALSCH!

Der Begriff „unreine Haut“ ist irreführend, denn Akne hat nicht das Geringste mit mangelnder Hygiene zu tun. Übermäßiges Waschen kann Akne sogar begünstigen, vor allem auf herkömmliche Seifen solltest du verzichten. Die richtige Art der Reinigung ist dagegen eine sehr wichtige Grundlage für jede Behandlung!

„Du brauchst gar nichts zu tun, die Pickel gehen von allein wieder weg.“

FALSCH! (mit wahrem Kern)

Richtig daran ist, dass Akne in den meisten Fällen nach dem 20. Lebensjahr abklingt. Die wichtige Frage ist nur, wie sehr man bis dahin leiden muss und wie viele Narben die Haut aus dieser Zeit davonträgt. Akne ist für die meisten Betroffenen – gerade bei schwereren Formen – eine echt große Belastung. Deine Hautärztin/dein Hautarzt kann für jede Form der Akne die richtige Behandlung finden. Wenn du sie ordentlich und regelmäßig anwendest, wird sich dein Hautbild innerhalb einiger Wochen und Monate deutlich verbessern!

Das hebt das Selbstbewusstsein und macht das Leben einfach ein großes Stück leichter. Fazit: Nicht einfach vor sich hinleiden, sondern rasch einen Termin bei einer Hautärztin/einem Hautarzt vereinbaren!

„Ernährungsgewohnheiten können Akne verschlechtern.“

VIELLEICHT DOCH RICHTIG!

Dieses Thema war lange unklar, neueste Studien weisen aber darauf hin, dass da vielleicht doch etwas dran ist. Kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die den Blutzucker stark und rasch ansteigen lassen, könnten Akne begünstigen. Dazu gehören: Süßigkeiten, zuckerhaltige Softdrinks, Kuchen, Eis, aber auch Weißbrot. Bei Süßigkeiten zu sparen ist also zumindest einen Versuch wert.

„Solarium oder Sonnenbaden heilt Akne!“ 

FALSCH!

UV-Strahlung kann das Hautbild zwar kurzfristig verbessern – nach einigen Wochen tritt die Akne dann aber meist umso stärker hervor. Achte auf richtigen Sonnenschutz. Speziell auf Solarium solltest du lieber verzichten – das macht obendrein frühzeitig alt und runzelig.

„Pickel sind ansteckend!“

FALSCH!

Nein, Pickel sind nicht ansteckend. Akne ist keine Infektionskrankheit, sondern in den meisten Fällen durch hormonelle Veränderungen bedingt.

„Stress macht Pickel“ 

TEILweise wahr!

Akne in der Pubertät kommt natürlich nicht alleine vom Stress, aber Stress regt die Produktion von Testosteron (männliches Geschlechtshormon) zusätzlich an. Wer gestresst ist, neigt auch dazu, sich vermehrt ins Gesicht zu greifen und an den Pickeln herumzudrücken. Allein schon dadurch wird die Haut schlechter.


WAS KANN ICH TUN?

Rechtzeitig pflegen und rechtzeitig behandeln!

Die Behandlung richtet sich immer nach dem AkneTyp und dem Schweregrad. Ist die Akne einmal stark entwickelt, kann die Therapie Monate oder oft auch Jahre dauern. Es ist daher sehr wichtig, rechtzeitig mit der richtigen Pflege und mit einer eventuellen weiterführenden Behandlung zu beginnen! Wenn man bereits bei der „MitesserAkne“ zu behandeln beginnt, kann man oft die Entwicklung einer entzündlichen Akne verhindern.

Besuch bei einer Hautärztin/einem Hautarzt!

Auch wenn dir der Weg zur Hautärztin/ zum Hautarzt lästig erscheint und du das Problem am liebsten alleine lösen würdest: Schau vorbei, es zahlt sich aus! Je früher man damit beginnt, umso eher kann man sich Akne-Narben ersparen.



DEIN REINIGUNGSPROGRAMM FÜR ZUHAUSE!

Das Motto: Weniger ist mehr – dafür regelmäßig! Das tollste Pflegeprogramm nützt gar nichts, wenn du es nicht regelmäßig anwendest. Darauf kommt es wirklich an:

  1. Reinigung 2 x täglich (morgens und abends) mit einem milden (nicht alkoholhältigen!) Reinigungspräparat, das die Haut nicht austrocknet.

  2. leichte, ölfreie Feuchtigkeitspflege (immer erst nach der Reinigung!), idealerweise inkl. Lichtschutzfaktor.
  • Wenn du dich für eine Pflegelinie entschieden hast – bleib dabei! Hier sind die Wirkstoffe gut aufeinander abgestimmt!

  • Pflegeprodukte sollten unbedingt speziell für Akne-Haut entwickelt worden sein.

NOBODY IS PERFECT!

Die Pubertät ist nicht immer eine leichte Zeit. Mitesser und Pickel sind nun das Letzte, was man in dieser Zeit gebrauchen kann, und sorgen für zusätzlichen Stress. Aber denk dran: Du bist damit nicht allein!

1. BLÖDE WITZE SEIN LASSEN BZW. SICH NICHT ZU HERZEN NEHMEN!
Sich über äußerlich sichtbare Schwächen lustig zu machen ist die billigste Form von Witz. Intelligente Menschen haben es nicht nötig, andere wegen ihrer Haut runterzumachen. Denk dran: Jeder hat irgendwelche Schwächen – nur kann man nicht alle auf den ersten Blick sehen.

2. MAKE-UP & ABDECKSTIFT
Medizinische Abdeckstifte, getönte Tagescremen und Make-Up können gute Dienste leisten und sind grundsätzlich ok. Pass aber auf, was du kaufst, und lass dich in der Apotheke beraten (ölfrei, antibakteriell, auf Akne-Haut abgestimmt). Auch Burschen können diese Produkte verwenden. Voraussetzung: täglich supergründlich reinigen!

3. TU WAS FÜR DEIN ÄUSSERES!
Nur weil man Hautprobleme hat, ist man noch lange kein hässliches Entlein. Ein passender Haarschnitt, die richtige Kleidung, ein insgesamt gepflegtes Äußeres und vor allem eine echte Persönlichkeit sind das, was dich ausmacht!

4. MEHR SCHEIN ALS SEIN!
Lass dich nicht von den perfekt gestylten Stars in Hochglanzmagazinen verwirren – mit den heutigen technischen Möglichkeiten wird retuschiert, was das Zeug hält! Im wirklichen Leben würdest du die meisten dieser Menschen überhaupt nicht erkennen.


BESTELLMÖGLICHKEIT FÜR SCHULÄRZTE UND LEHRER

SchulärztInnen und LehrerInnen können die Broschüre der GSÖ „Was du wissen solltest, im Kampf gegen AKNE“ in gewünschter Anzahl zur Weitergabe an SchülerInnen kostenlos bestellen.

>> Hier geht´s zur Bestellung.


DOWNLOADS

Broschüre der GSÖ "Was Du wissen solltest, im Kampf gegen AKNE" >> download

Elternratgeber zum Thema Akne: >> download