Themenbereich: Unreine Haut & Akne
Unsere Expertin:
Univ.-Doz. Dr. Doris Fanta
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Vorstandsmitglied der Österr. Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie
Mitesser? Pickel? Akne?! Was Du wissen solltest!
Rund 80-90% aller Jugendlichen haben mit unreiner Haut zu kämpfen - Akne ist damit die häufigste Hauterkrankung überhaupt und keiner ist mit dem Problem alleine. Die Pubertät kurbelt die Hormonproduktion an – Mitesser und Pickel sind oft die lästige Folge davon. Wichtig ist, die Haut in dieser Zeit richtig zu pflegen und – wenn dies nicht ausreicht – rechtzeitig mit der passenden Behandlung zu beginnen.
Die richtige Ansprechperson rund um Akne ist eine Hautärztin/ein Hautarzt (Dermatologin/Dermatologe). Auch wenn dir das Problem noch nicht ganz so schlimm vorkommt, zahlt sich ein Arztbesuch aus. Damit kann man einer Verschlechterung vorbeugen und bleibende „Akne-Narben“ bestmöglich verhindern. In der überwiegenden Zahl der Fälle klingt die Akne spätestens nach dem 20. Lebensjahr wieder ab. Nur ein kleiner Teil hat auch danach noch mit dem Problem zu kämpfen. Wenn Du Fragen hast, steht dir auch deine Schulärztin/dein Schularzt zur Verfügung.
Hier findest Du die wichtigsten Infos rund um unreine Haut und Akne, damit du im Kampf gegen Pickel gut gerüstet bist. Auch den Folder der GSÖ zum Thema „Unreine Haut“ kannst Du >>hier downloaden
Was sind "Black Heads" & "White Heads"?
Welche Arten von Akne gibt es?
STEP 1: Konsequente Reinigung & Pflege
STEP 2: Weiterführende Behandlung
Tipps für die Seele. Nobody is perfect!
Bestellmöglichkeit für SchulärztInnen und LehrerInnen
Weiterführende Links und hilfreiche Downloads
Wie entsteht Akne?
Sowohl bei Burschen als auch bei Mädchen kommt es in der Pubertät zu einer vermehrten Ausschüttung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Dieser Hormonschub kann die Produktion von Talg erhöhen. Mehr Talgproduktion bedeutet zunächst eine fettigere und glänzendere Haut – in weiterer Folge ist sie die Grundlage für die Entstehung von Mitessern und Pickel.
Unsere Haut hat viele kleine feine Härchen. Diese wachsen aus einem Haarbalg, zu dem eine Talgdrüse gehört. Der dort produzierte Talg wird durch feine Gänge – gemeinsam mit abgestorbenen Hautzellen – an die Hautoberfläche befördert. Wenn sich zu viel Talg bildet und die Haut zu einer vermehrten Ablagerung von abgestorbenen Hautzellen neigt, können die Poren verstopfen. Dabei entstehen zunächst so genannte „Mitesser“ (auch Komedonen genannt), wenn sich diese entzünden werden sie zu „Pickeln“ und „Eiterpusteln“ (auch Papeln und Pusteln genannt).
Was sind „Black Heads“ & „White Heads”?
„Black Heads“ und „White Heads“ sind Formen von Mitessern. White Heads sind kleine weiße Kügelchen an der Hautoberfläche. Aus ihnen entwickeln sich dann die entzündlichen Pickel. „Black Heads“ sind offene, mit abgestorbenen Hornzellen verstopfte Poren, die Spitze färbt sich schwarz. (durch Melanin, den Farbstoff des Haares, das hat nichts mit Schmutz zu tun!)
Welche Arten von Akne gibt es?
Mit dem Begriff „Akne“ ist im normalen Sprachgebrauch meist die so genannte „Acne vulgaris“ gemeint. Das ist die „gewöhnliche“ Akne, die durch einen verstärkten Hormoneinfluss in der Pubertät entsteht. Sie tritt in unterschiedlichen Ausprägungen und Schweregraden auf. Aber es gibt auch Akne, die durch äußere Einflüsse (fettende Kosmetika, ölige Berufsubstanzen,...) oder Medikamente ausgelöst werden kann.
Schweregrad 1: Acne (vulgaris) comedonica
Vorwiegend Mitesser; nur wenige (wenn überhaupt) Pickel und Entzündungen. Diese Form heilt meist ohne Narben ab.
Schweregrad 2: Acne (vulgaris) papulo-pustulosa
Bei dieser Form der Akne haben sich die Mitesser bereits entzündet – es entstehen Pickel, Knötchen und Eiterpusteln. Narbenbildung ist möglich. Umso wichtiger daher die richtige Behandlung.
Schweregrad 3: Acne conglobata
Die schwerste Form der Akne, die unbedingt ärztlich behandelt werden muss. Mitesser, schwer entzündete Pusteln und schmerzhafte Abszesse, die oft nur unter Narbenbildung heilen.
Schweregrad 1: Schweregrad 2: Schweregrad 3:
Was kann ich tun?
Vorbeugen & rechtzeitig behandeln!
Die Behandlung richtet sich immer nach dem Aknetyp und dem Schweregrad. Ist die Akne einmal stark entwickelt, kann die Therapie Monate oder oft auch Jahre dauern. Es ist daher sehr wichtig, rechtzeitig mit der richtigen Pflege unreiner Haut und mit einer eventuellen weiterführenden Behandlung zu beginnen! Wenn man bereits bei der „Mitesser-Akne“ zu behandeln beginnt, kann man oft die Entwicklung einer entzündlichen Akne verhindern.
Doc-Check: Besuch bei einer Hautärztin/bei einem Hautarzt!
Auch wenn dir der Weg zur Hautärztin/zum Hautarzt lästig erscheint und du das Problem am liebsten alleine lösen würdest: Schau vorbei, es er zahlt sich aus! Für jeden Hauttyp, jedes Alter und jeden Schweregrad gibt es passende Behandlungsmöglichkeiten. Je früher man damit beginnt umso eher kannst du dir Aknenarben ersparen.
Die richtige Reinigung und Pflege macht einen echten Unterschied und kann dein Hautbild nach einigen Wochen merkbar verbessern! Sie ist auch eine wichtige Ergänzung, wenn dir von einer Hautärztin/einem Hautarzt weitere Behandlungen empfohlen werden und hilft, bleibenden Narben vorzubeugen. Aber Achtung: Zuviel Waschen trocknet die Haut aus und ist kontraproduktiv! Überschüssiger Talg und Bakterien müssen täglich entfernt werden – die Feuchtigkeit der Haut soll aber erhalten bleiben.
STEP 1: Reinigung & Pflege
Reinigung und Pflege daheim
Nicht „irgendwas“ ins Gesicht schmieren!
Seife und aggressive Reinigungsprodukte trocknen die Haut aus, lösen aber nicht das Problem. Die falschen Produkte können die Akne sogar verschlimmern. Um ein echtes Ergebnis zu erzielen, verwende am besten Präparate und Wirkstoffe (z.B. Milchsäure), deren Wirksamkeit wirklich in klinischen Tests nachgewiesen wurde. Lass dich am besten bei einer Hautärztin/einem Hautarzt oder in der Apotheke beraten!
Passende Produkte sind: ölfrei, antibakteriell, mild, mit anderen Aknebehandlungen kompatibel, d.h. können zusätzlich verwendet werden, reduzieren das Hautfett und spenden Feuchtigkeit.
Keine normale Seife, keine scharfen Gesichtswässer!
Dein Reinigungsprogramm für zuhause:
- Reinigung 1-2x täglich (morgens und abends). Mildes Reinigungsmittel (Reinigungsgel oder -milch). Achtung: häufigeres Reinigen ist kontraproduktiv.
- Nachreinigen mit einem milden Gesichtswasser/ Gesichtstonikum.
- Damit die Haut nicht austrocknet, sollte eine leichte, ölfreie Feuchtigkeitscreme verwendet werden (immer erst nach der Reinigung!).
- Je nach Hauttyp und Grad der Entzündung kann 1-2 x wöchentlich ein sanftes Peeling sinnvoll sein.
- Make Up, Abdeckstifte oder getönte Tagescremen können verwendet werden – sollten aber ölfrei, antibakteriell und auf Aknehaut abgestimmt sein. Dann schaden sie auch nicht!
Pflege mit den richtigen Wirkstoffen kann nach 3-6 Wochen konsequenter Anwendung eine merkbare Besserung bringen!
Hinweis:
- Wenn Du ein Arzneimittel verwendest, das auf die Haut aufgetragen wird: Immer zuerst das Arzneimittel auftragen, ein paar Minuten warten, dann die Feuchtigkeitspflege.
- Unterwegs kann es hilfreich sei, die glänzende Haut mit einem sauberen (!) Papiertaschentuch abzutupfen.
- Achte auf deine Trinkmenge, am besten Wasser!
Möglichst nicht Herumdrücken!
Selbst an Pickeln „herumzudoktern“ ist natürlich verlockend, sollte aber so weit wie möglich vermieden werden.
Wer´s wirklich nicht lassen kann, sollte folgende Dinge beachten:
- Achtung: Nur „Blackheads“ (die Mitesser mit dem schwarzen Punkt) dürfen ausgedrückt werden!
- VORHER eine warme Kompresse auflegen, damit sich die Poren öffnen (sauberes Tuch in sehr warmes Wasser oder Kamillentee tränken, auswinden und auflegen).
- DANACH kalte Kompressen (oder Umschläge).
- An Eiterpusteln keinesfalls herumdrücken!
Eine Kosmetikerin, die die Hautärztin/der Hautarzt empfiehlt, kann dir professionell behilflich sein!
STEP 2: Weiterführende Behandlung
Die richtige Reinigung und Pflege ist wichtig – muss aber bei „richtiger“ Akne oft durch weiterführende Behandlung ergänzt werden.
Leichtere und mittelschwere Formen der Akne kann man gut mit äußerlich aufgetragenen Medikamenten behandeln, z.B. verwendet man hier Präparate mit Vitamin-A-Säure (Retinoide), die eine schälende Wirkung haben oder so genannte Antibiotika, die die Entzündung bekämpfen. Antibiotika gibt es z.B. als Creme, Gel oder Stick. Bei stark entzündlichen Formen werden auch Antibiotika als Tabletten oder Kapseln verordnet. Dabei ist sich der Hautarzt natürlich bewusst, dass nur für Jugendliche optimal verträgliche Präparate ausgewählt werden müssen. Aknepatientientinnen, die die Pille zur Empfängnisverhütung nehmen wollen, sollten mit ihrer Frauenärztin/ihrem Frauenarzt auch über ihr Hautproblem sprechen, da es spezielle Pillen gibt, die die Akne sehr gut beeinflussen können. Schließlich gibt es für die schwersten Akneformen noch einen Vitamin-A-Säure Abkömmling in Kapseln, allerdings nur unter strenger hautärztlicher Kontrolle! Aber auch für diese Patienten gibt es Hilfe – in sechs Monaten kann sich das Hautbild sich deutlich verbessern.
Ziel der Behandlung ist es, Mitesser aufzulösen, vorhandene Pickel rasch zur Abheilung zu bringen und neue Pickel zu verhindern. Das richtige Therapieprogramm kannst du nur gemeinsam mit einer Hautärztin/einem Hautarzt festlegen.
Good2know
- Die Therapie dauert meist mehrere Monate.
- Erste Erfolge gibt es frühestens nach 4-6 Wochen.
- Am Anfang der Behandlung kann sich das Hautbild sogar noch verschlimmern bzw. können Hautreizungen auftreten. Deine Hautärztin/dein Hautarzt warnt dich sicher vor. Da musst du durch!
- Geduld ist wichtig – die konsequente Anwendung ist Grundvoraussetzung für den Erfolg.
- Eine professionelle Reinigung der Haut – also Ausdrücken von Mitessern und Pickel – durch eine erfahrene Kosmetikerin kann sinnvoll sein. Sprich auch darüber am besten mit deiner Hautärztin/deinem Hautarzt.
Die bekanntesten AKNE-Märchen
Es gibt viele Mythen rund um das Thema Akne. Nur die wenigsten davon haben einen wahren Kern. Wir sagen dir, was davon wirklich stimmt!
Wer Pickel hat, wäscht sich zu wenig. FALSCH!
Der Begriff „unreine Haut“ ist irreführend, denn Akne hat nicht das Geringste mit mangelnder Hygiene zu tun. Übermäßiges Waschen kann Akne sogar begünstigen.
Akne entsteht durch schlechte Ernährung! NICHT GANZ FALSCH!
Gerade hier gibt es besonders viele Mythen. Diese Frage konnte aber bisher nicht eindeutig geklärt werden. Es gibt jedenfalls keine „Akne Diät“. Gesunde Ernährung ist immer gut, aber gelegentlich Schokolade genascht oder Fast Food gegessen macht noch keine Akne. Allerdings solltest du auf deinen Milchkonsum achten. Seit kurzem weiß man, dass zu viel Milch eine Akne verschlechtern kann. Merke also: Milch ist kein Durstlöscher, sondern ein Nahrungsmittel Solltest du bemerken, dass sich dein Hautzustand auf bestimmte Nahrungsmittel verschlechtert, lass sie einfach weg.
Solarium oder Sonnenbaden heilt Akne! FALSCH!
UV-Strahlung kann das Hautbild zwar kurzfristig verbessern, hat insgesamt aber mehr negative als positive Folgen. Längerfristig kann sie das Hautproblem sogar noch verschlimmern.
Pickel sind ansteckend. FALSCH!
Nein, Pickel sind nicht ansteckend. Akne ist keine Infektionskrankheit.
Zahnpaste hilft gegen Pickel. TEILWEISE WAHR!
Ein nur vermeintlich wertvoller Tipp, den schon deine Ur-Oma kannte! Kurzfristig kann die Zahnpaste einen Pickel zwar austrocknen – auf Dauer ist sie aber kein gutes Rezept, sondern verursacht eher neue Pickel. Wirkstoffe wie Fluor und Menthol heizen die Entzündung nur zusätzlich an.
Stress macht Pickel. TEILWEISE WAHR!
Stress regt die Produktion von Testosteron (männliches Geschlechtshormon) zusätzlich an und kann daher die Pickelbildung begünstigen. Akne in der Pubertät kommt aber keineswegs alleine durch Stress. Trotzdem solltest Du auch manchmal zur Ruhe kommen.
Tipps für die Seele. Nobody is perfect!
Die Pubertät ist nicht immer eine leichte Zeit. Sie fällt genau in die Phase, in der man sich von den Eltern lösen und seinen eigenen Weg ins Leben – und auch ins Berufsleben – finden soll. Mitesser und Pickel sind nun das Letzte, was man in dieser Zeit gebrauchen kann und sorgen für zusätzlichen Stress. Aber denk´ daran: Du bist damit nicht allein!
Denk immer daran: Niemand ist perfekt!
1. Blöde Witze sein lassen bzw. sich nicht zu Herzen nehmen!
Sich über äußerlich sichtbare Schwächen lustig zu machen, ist die billigste Form von Witz. Intelligente Menschen haben es nicht nötig, andere wegen unreiner Haut runter zu machen. Denk´ daran: Jeder hat irgendwelche Schwächen – nur kann man nicht alle auf den ersten Blick sehen.
2. Make Up & Abdeckstift
Medizinische Abdeckstifte, getönte Tagescremen und Make Up können gute Dienste leisten. Pass´ aber auf was du kaufst und lass dich in der Apotheke beraten. Auch Burschen können diese Produkte verwenden.
3. Tu was für dein Äußeres!
Nur weil man unreine Haut hat, ist man noch lange kein hässliches Entlein. Es gibt so viele Faktoren, die die persönliche Attraktivität ausmachen. Ein passender Haarschnitt, die richtige Kleidung, ein insgesamt gepflegtes Äußeres und vor allem eine echte Persönlichkeit sind das, was dich ausmacht!
4. Mehr Schein als Sein!
Lass‘ dich nicht von den perfekt gestylten Stars in Hochglanzmagazinen verwirren – mit den heutigen technischen Möglichkeiten wird retuschiert, was das Zeug hält! Im wirklichen Leben würdest du die meisten dieser Menschen überhaupt nicht erkennen.
Bestellmöglichkeit für SchulärztInnen und LehrerInnen
SchulärztInnen und LehrerInnen können die Broschüre der GSÖ „T-Zone! Mitesser? Pickel? Akne? Was Du im Kampf dagegen wissen solltest!“ in gewünschter Anzahl zur Weitergabe an SchülerInnen kostenlos bestellen.
>> Hier geht´s zur Bestellung.
Weiterführende Links und hilfreiche Downloads
LINKS
Eucerin, die medizinische Pflegeserie bei unreiner, zu Akne neidgender Haut: http://www.eucerin.at/
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Broschüre der GSÖ "T-Zone! Mitesser? Pickel? Akne? Was Du im Kampf gagegen wissen solltest!" >> download












