Aktuelles Thema: Sonnenschutz
Unsere Expertin:
Univ.-Doz. Dr. Doris Fanta
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Vorstandsmitglied der Österr. Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie
Sonnenschutz bei Kindern und Jugendlichen
Fast alle Menschen freuen sich Jahr für Jahr auf die warme Jahreszeit! Sonne macht gute Laune, spendet Licht, Energie und Wärme und ist für Menschen, Tiere und Pflanzen lebensnotwendig. Sonnenstrahlung birgt jedoch auch Gefahren, derer man sich bewusst sein sollte! Übermäßige Belastung durch UV-Strahlung und Sonnenbrände in der Jugend erhöhen deutlich das Risiko für eine spätere Hautkrebserkrankung! Auch die vorzeitige Entstehung von Falten, Augenschäden und die Schwächung des Immunsystems gehören zu den Folgen. Durch intelligentes Handeln, kann jeder sein persönliches Risiko für Hautschäden minimieren und zugleich sorgenfrei die Zeit im Freien genießen. Besonders im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen kommen und wir uns darauf freuen, ins Freie zu gehen, sind viele Kinder und Jugendliche nicht ausreichend geschützt.
Hier findest du die wichtigsten Infos rund um den richtigen Sonnenschutz. Deine Lehrerinnen und Lehrer können dir zu vielen Punkten mit Sicherheit noch Details verraten. Auch deine Schulärztin/dein Schularzt ist bei Fragen für dich da!
Für Jugendliche:
Den Folder "Sunny Side" der GSÖ kannst du >>hier downloaden!
Für Eltern & Volksschulkinder:
Im Folder "Bennis Sonnenschutz" der GSÖ finden Sie interessante Informationen sowie einige KIDS-Seiten. Mehr Infos >>hier!
Sonnenallergie, unreine Haut, Neurodermitis?
Wissenswertes zur UV-Strahlung
Sonnenregeln
Sonnenschutz ist grundsätzlich ziemlich einfach! Man kann auch weiterhin die Zeit im Freien genießen! Man muss sich nur richtig und ausreichend eincremen & ein paar Regeln beachten.
1. Check deinen Hauttyp!
2. Besorg dir eine hochwertige Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Lass dich am besten in der Apotheke beraten.
3. Regelmäßig nachcremen! Etwa alle 2 Stunden – speziell nach dem Baden!
4. Sonnenbäder in der Mittagssonne (11 - 15 Uhr) vermeiden. Geh zu Mittag lieber aus der Sonne.
5. Schatten! Lange Aufenthalte in der Sonne vermeiden – selbst Produkte mit den höchsten Lichtschutzfaktoren bieten keinen 100%-igen Schutz.
6. Sonnenbrille schützt die Augen! Stylisch und sinnvoll zugleich! Auf ausreichenden UV-Filter achten (mindestens 400nm)!
7. T-Shirt/Tunika & Hut/Kappe: Achtung bei Kappen: Unbedingt Ohren und Nacken einschmieren!
8. Maximal 50 Sonnenbäder: Laut Experten sind 50 Sonnenbäder pro Jahr das Maximum, das wir unserer Haut zumuten sollten. Dazu zählt jeder Aufenthalt in der Sonne oder im Solarium!
9. Verzichte auf Solarien! Das Risiko gesundheitlicher Schäden ist hoch! Runzelige Haut im Erwachsenenalter ist vorprogrammiert. Gar nicht schön!
Welcher Hauttyp bist du?
- Eigenschutzzeit = die maximale Zeit, die man ohne Sonnenschutz in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.
- Lichtschutzfaktor (LSF) multipliziert mit der Eigenschutzzeit der Haut = maximale Aufenthaltsdauer pro Tag in der Sonne, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. (Achtung: Durch mehrmaliges Eincremen wird diese Zeitspanne nicht verlängert!)
Der richtige Sonnenschutz
Worauf sollte man beim Kauf von Sonnenschutzmitteln achten?
- Sonnenschutzmittel vor dem Urlaub zuhause kaufen! Die Produkte in Urlaubsländern weisen oft große Qualitätsmängel auf (sind alt, stehen schon ewig in der Sonne herum etc.)
- Wenn du nicht sicher bist, was für dich geeignet ist, lass dich am besten in der Apotheke beraten. Dort kann man auch deinen Hauttyp richtig zuordnen und dir ein passendes Sonnenschutzmittel empfehlen.
- Hoher Lichtschutzfaktor (LSF) = hoher Schutz vor akutem Sonnenbrand
- UVA & UVB-Schutz = Schutz vor Spätfolgen!
- Achte auf das UVA-Symbol. Nur Produkte, die den Richtlinien der Europäischen Kommission entsprechen dürfen es tragen.
- Extra wasserfest = Schützt lange beim Baden und Schwimmen (trotzdem ist Nachcremen wichtig!)
- Sonnenschutz im Gesicht
Es gibt eigene Fluids für´s Gesicht, die nicht fetten/glänzen sondern die Haut mattieren. Es macht Sinn, das Gesicht nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag vor der Sonne zu schützen. - Creme oder Spray? Beides ist gleich gut – je nachdem was dir sympathischer ist.
- Hochwertige Produkte sollten hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit klinisch getestet sein (steht auf der Packung!).
- Haltbarkeit: Auf der Packung ist ein Zeichen eines Tiegels, der geöffnet ist und daneben eine Monatszahl, die anzeigt, wie viele Monate nach dem Öffnen das Produkt haltbar ist. Unbedingt darauf achten, dass es nicht länger verwendet wird.
Wie oft muss man sich eincremen?
20-30 min. bevor du in die Sonne gehst gründlich eincremen (manche Produkte brauchen diese Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten) und dann alle 2 Stunden nachcremen!
Richtig Eincremen
Nur wenn wirklich alle Körperteile gut eingecremt sind, bist du wirklich geschützt. Geh systematisch vor, um wirklich alle Körperteile zu berücksichtigen, jeweils eine “Handstrichlänge” auf die einzelnen Körperteile auftragen, d.h. 11 Handstrichlängen für den ganzen Körper.
Sonnenallergie, unreine Haut, Neurodermitis?
Sonnenschutz bei Sonnenallergie, unreiner Haut, Akne oder Neurodermitis.
Bei Allergien, unreiner Haut wie auch bei Neurodermitis stehen ebenfalls passende Sonnenschutzmittel zur Verfügung. Viele Akne-Behandlungen und Arzneimittel machen die Haut zusätzlich empfindlich für Sonne! Wenn du an Allergien leidest, wähle entsprechende Allergie-Produkte oder lass dich von einer Hautärztin/einem Hautarzt beraten. Wenn du unter Neurodermitis leidest, wähle Cremes oder milchartige Lotionen - keine Gele oder Sprays, die austrocknen könnten. Bei fettiger Aknehaut wähle Präparate mit dem Vermerk "fettfrei" und "nicht komedogen“ (das bedeutet, dass sie die Poren nicht verstopfen und keine zusätzlichen Mitesser verursachen).
Produkte für Kinder, die auch bei Neurodermitis geeignet sind, führen dies auf der Packung an.
Bei Fragen gilt: Lass dich am besten bei einer Hautärztin/einem Hautarzt, einer praktischen Ärztin/einem praktischen Arzt bzw. in der Apotheke beraten!
Folgen der Sonne
Die hauteigenen Schutzmechanismen sind im Jugendalter noch nicht vollständig entwickelt – das Risiko von Sonnenschäden ist daher doppelt hoch und Sonnenbrand in jungen Jahren doppelt gefährlich!
Das solltest du dir ersparen:
Sonnenbrand
Sonnenbrand ist die häufigste Form akuter Hautschädigungen durch UV-Strahlen. Akut äußert sich ein Sonnenbrand durch Hautrötung, Erwärmung und Berührungsempfindlichkeit bis hin zur Bläschenbildung.
Sonnenallergie
Verantwortlich sind meistens die UV-A-Strahlen der Sonne. Es kommt zu einer fehlerhaften Immunreaktion mit Hautrötung, Bläschenbildung und oft auch zu einem unangenehmen Juckreiz.
„Mallorca-Akne“
Die Mallorca-Akne ist eine Reaktion der Haut auf bestimmte Inhaltsstoffe von Kosmetika oder Sonnenschutzprodukten, z.B. Emulgatoren in Verbindung mit UV-Strahlen. Auch hier bilden sich unangenehme juckende Bläschen auf der Haut.
Hautalterung
UV-Strahlen beschleunigen die Hautalterung, lassen tiefe Falten, trockene Haut- und Altersflecken entstehen. Das ist nicht nur hässlich, sondern auch gesundheitlich problematisch, da beschädigte Haut schlechter heilt.
Hautkrebs
Hautkrebs entsteht über viele Jahre – jeder Sonnenbrand ist ein Schritt auf dem Weg dorthin. Neben einer intensiven UV-Bestrahlung in der Kindheit und Jugend erhöhen folgende Faktoren zusätzlich das Risiko: Mehr als 40 Pigmentmale (Muttermale) bzw. besonders große; heller Hauttyp, viele Sommersprossen; Hautkrebs in der Familie. Eine regelmäßige Kontrolle der Muttermale bei einer Hautärztin/einem Hautarzt ist unbedingt zu empfehlen!
Achtung Sonnenfallen!
Frühjahrssonne! Bereits im Frühling hat die Sonne so viel Kraft, dass sie Hautschäden verursachen kann – zudem ist die Haut nach dem langen Winter besonders empfindlich. Unbedingt schon im April/Mai mit Sonnenschutzprodukten beginnen!
Schatten & Wolken!
Unbedingt auch im Schatten oder an wolkigen Tagen eincremen.
Fensterglas!
Auch Fensterglas bietet keinen ausreichenden Schutz vor UV-A Strahlen. Auch im Auto in sonnigen Zeiten Sonnenschutz verwenden!
Wasser!
In normaler Schwimmtiefe lässt Wasser bis zu 60% der Strahlen durch.
Schnee!
Schnee reflektiert bis zu 80% der UV-Strahlung! Beim Skifahren nimmt die UV-Belastung auch durch die steigende Höhe zu. Hoher Lichtschutzfaktor und Sonnenbrille sind Pflicht!
Sonnenbrand! Was tun wenn's doch passiert?
Schweiß, Sand und Sonnenschutzmittel abduschen. After Sun-Lotion mit hautregenerierenden oder entzündungshemmenden Zusätzen auftragen. In der Apotheke sind auch kühlende Schaumsprays erhältlich. Kühle Umschläge. Viel Trinken! Sonne meiden!
Wissenswertes zur UV-Strahlung
Die Erde wird durch die Ozonschicht vor der UV-Strahlung geschützt. Etwas UV-Strahlung ist notwendig – zuviel bringt jedoch große Gefahren mit sich.
Vitamin-D-Synthese: UV-Strahlung ermöglicht dem Körper die Produktion von Vitamin D (wichtig für die Entwicklung des Skeletts, des Immunsystems und die Bildung von Blutzellen). Wenige Minuten Sonne pro Tag auf Gesicht, Arme oder Hände reichen dafür aber aus (auch bei bedecktem Himmel!).
Die Stärke der UV-Strahlung ist abhängig von:
- der Tageszeit (zu Mittag ist sie am stärksten!)
- der Jahreszeit (im Sommer stärker als im Winter)
- der geographischen Lage (je näher man am Äquator ist, umso stärker die Strahlung)
- der Höhe (je höher oben umso stärker – Achtung auf den Bergen!)
- der Umgebung (Schnee, Wasser, Sand und Asphalt reflektieren die Strahlung und verstärken die Belastung)
- Schatten/Wolken (Schatten kann die UV-Belastung um rund 50% reduzieren, durch eine dünne Wolkendecke gerät immer noch ein Großteil der Strahlung auf die Erde! Also auch an trüben Tagen eincremen!)
Downloads
Die Broschüren der GSÖ zum Thema Sonnenschutz können Sie >>hier downloaden!










