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Themenbereich: Richtig Trinken

 

Unser Experte:

Univ.-Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler

Vorstand der Inneren Medizin und ärztlicher Direktor des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Salzburg, Gründer und Vorstandsmitglied von SIPCAN, der Initiative für ein gesundes Leben (www.sipcan.at).

 

Tipps zum richtigen Trinken im Schulalltag

Unser Körper besteht zu rund 60% aus Wasser. Ausreichende und kontinuierliche Flüssigkeitszufuhr ist somit ein wichtiges Grundbedürfnis. Die meisten Menschen trinken zu wenig. Für SchülerInnen machen sich die Auswirkungen dieses Flüssigkeitsmangels jedoch besonders deutlich bemerkbar.

Hast du dich schon einmal gefragt, was du den ganzen Tag über isst und trinkst? Leider werden von vielen Jugendlichen zu viel Fett und Zucker konsumiert – ein nicht unbeachtlicher Teil davon über süße Getränke. Dabei ist richtiges Trinken nur eine Frage von Know-How und Gewohnheit.

Du selbst entscheidest, was du aus dem umfangreichen Angebot im Supermarkt, am Schulbuffet oder am Getränkeautomaten auswählst. Wer in jungen Jahren den Grundstein für richtiges Trinkverhalten legt, hat gute Chancen, sein ganzes Leben lang körperlich fit und geistig leistungsfähig zu bleiben. Wichtig zu wissen: Durst ist bereits ein Alarmsignal des Körpers und sollte durch regelmäßiges Trinken gar nicht erst entstehen.

Die Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs hat in Zusammenarbeit mit SIPCAN (der Initiative für ein gesundes Leben) die wichtigsten Informationen zum Thema "Richtiges Trinken im Schulalltag" zusammengestellt und möchten dir diese auf der folgenden Seiten bzw. mit Hilfe der Broschüre "trinkfit" näher bringen. Deine Schulärztin/dein Schularzt steht dir für weitere Fragen gerne zur Verfügung!

Was Trinken alles kann...

Trinken: Der simpelste Leistungskick der Welt

Die regelmäßige Aufnahme von Flüssigkeit (idealerweise Wasser, Tee oder gespritzter Fruchtsaft!) über den Tag verteilt hilft, die geistige und auch körperliche Leistungsfähigkeit zu stabilisieren und zu optimieren.

Trinken steigert die Merkfähigkeit!
Rechtzeitiges und ausreichendes Trinken kommt der Hirndurchblutung zugute und stellt so eine optimale Versorgung der Hirnzellen mit Nährstoffen sicher. Das wiederum steigert deine Merkfähigkeit, dein Abstraktions- und Kombinationsvermögen! Trink dich fit für die nächste Mathestunde!

Trinken macht schnell: Trink dich frei!
Du wirst merken, dass deine Konzentration steigt, du besser und rascher lernen kannst, wenn du ausreichend trinkst. Damit geht auch die Hausübung schneller von der Hand.

Trinken als Schönheitsgeheimnis! Nicht nur für Topmodels!

Die Topmodels dieser Welt trinken literweise Wasser pro Tag. Viele davon behaupten in Interviews, Wasser wäre ihr Schönheitsgeheimnis. Und das nicht umsonst: Wer viel und richtig trinkt, hilft mit Figur, Zähne und Haut gesund und schön zu halten.

Schöne Haut!
Speziell Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren sollten wissen, dass sie durch ausreichendes Wassertrinken viel für eine reine und schöne Haut tun können. Wissenschaftlich belegt! Wer viel Wasser trinkt, beeinflusst auch die Durchblutung der Haut positiv. Damit steigen die Chancen auf einen rosigen, strahlenden und vor allem reinen Teint – auch und besonders in der Pubertät!

Schöne Zähne!
Das ständige Trinken von süßen Limonaden mit hohem Säuregehalt ist der Zahnschmelzkiller schlechthin. Wasser schont die Zähne, neutralisiert Säuren und hilft so, vor Karies zu schützen!

Trinken schützt vor Heißhungerattacken!
Regelmäßiges Trinken von Wasser beugt Heißhungerattacken vor. So kannst du vermeiden, dass du dir unnötig Kalorienbomben wie z.B. Schokoriegel oder Chips reinziehst. Setz dabei auf Wasser oder gespritzte Fruchtsäfte statt supersüße Limonaden.

Unnötige Kalorien sparen!
Viele Getränke enthalten eine Menge Zucker und damit auch viele unnötige Kalorien, die du einsparen kannst, wenn du auf Wasser oder weniger süße Getränke umsteigst.

Was soll ich trinken?

Der richtige Mix! Wie in vielen Bereichen kommt es auch beim Trinken auf die richtige Mischung an. Vorweg: Mach es dir zur Gewohnheit, deinen Basisbedarf an Flüssigkeit mit Wasser zu decken. Das hält dich körperlich und geistig fit und bringt keine zusätzlichen Kalorien. Auch ungesüßter Früchte- oder Kräutertee wäre gut. Gespritzte Fruchtsäfte sind eine geschmacklich abwechslungsreichere Alternative. 

 

* Hinweis: Fruchtsaft enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe als Fruchtnektar.

So geht's: Pimp your brain!

Trinken ist – gleich nach dem Atmen – unser wichtigstes körperliches Bedürfnis. Wenn wir zu wenig trinken, hält unser Körper das zwar eine Weile aus, ist aber nicht zu 100% leistungsfähig. Müdigkeit, Merk- und Konzentrationsstörungen, verringerte Aufmerksamkeit und Einschränkungen des Reaktionsvermögens können die Folge sein. Mach´s besser: Wenn du genug trinkst, steigert das deine Leistungsfähigkeit und du kannst deine Schultage super meistern.

Fit sein kann so einfach sein!

Ausreichendes und richtiges Trinken ist eine Frage der Gewohnheit! Durst ist ein Alarmsignal des Körpers und zeigt, dass es eigentlich schon zu spät ist.

Mach dir deshalb ein paar Dinge zur Gewohnheit:

  • Warte nicht auf den Durst. Erinnere dich ans Trinken.
  • Trink am Vormittag mindestens 1/2 Liter. Besser mehr.
  • Mach es dir zur Gewohnheit eine Getränkeflasche dabei zu haben.
  • Wasser, ungesüßte Tees oder gespritzte Fruchtsäfte sind die erste Wahl.
  • Trink in jeder Pause und wenn erlaubt auch während der Schulstunde.
  • Wichtig! Zuckerhaltige Getränke sind keine Durstlöscher sondern ein Genussmittel. Wenn du Lust auf süße Getränke hast: Trink ein Glas zum Essen. Als Zwischendurchgetränk nimm lieber Wasser oder stark gespritzte Fruchtsäfte.

Was verrät der Blick aufs Etikett?

Woher weiß man eigentlich, was in Getränken enthalten ist und ob sie nun geeignet sind oder nicht? Nährwerttabellen auf Flaschen, Kartonpackungen und anderen Lebensmittelverpackungen geben in der Regel sehr klare Auskunft darüber, welche Menge diverser Stoffe in den jeweiligen Getränken und Speisen enthalten ist. Bei Getränken ist vor allem der Zuckergehalt interessant.
Pro Tag sollten wir nicht mehr als 60 g Zucker aufnehmen. Das entspricht etwa 16 Stück Würfelzucker. Diese Menge wäre mit einem halben Liter Limonade (entspricht ca. 14 Stück ) schon fast erreicht – da bleibt nicht viel Spielraum. Als empfohlene Faustregel gilt: 100 ml sollten maximal 7,4 g Zucker enthalten.

Lass dir nicht alles unterjubeln!
Der Blick aufs Etikett verrät dir, was wirklich drinnen ist!

Achtung: Durst ist ein Alarmsignal:

Die meisten Menschen greifen erst dann zu einem erfrischenden Getränk, wenn sich der entstandene Flüssigkeitsmangel bereits in Form von Durst bemerkbar macht. Dieses Durstgefühl unterscheidet sich jedoch deutlich vom leichten Hungergefühl in Form von Appetit: Mit dem Verlangen nach Flüssigkeit meldet der Körper bereits ein dringliches Defizit im „Wasserspeicher“ (Fachausdruck: Dehydration) des Körpers. Ein Signal, dem wir oft viel zu wenig Beachtung schenken.

FAQ

Cola & Co.

Süße Limonaden sind keine guten Durstlöscher sondern – ebenso wie Süßigkeiten – Genussmittel. Limonaden u.a. süße Getränke sind für zwischendurch aus mehreren Gründen nicht geeignet:

  1. Wenn der Zucker und die Säure ständig deine Zähne umspülen, machen sie den Zahnschmelz weich und erhöhen dein Kariesrisiko.
  2. Wusstest du, dass der regelmäßige Konsum von Zucker aus Limonaden mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht in Verbindung steht?! ½ Liter enthält rund 14 Stk. Würfelzucker. Wenn du bisher immer 1 Liter Limonade pro Tag getrunken hast, kannst du dir ausmalen, wieviel zusätzliche Energie (leere Kalorien) du aufgenommen hast.
  3. Bei Kalorien aus Limonaden handelt es sich um so genannte leere Kalorien, d.h. diese Getränke enthalten zwar viel Zucker, aber keine für den Körper wichtigen Vitamine oder Mineralstoffe.
  4. Zu viel Zucker lässt den Blutzuckerspiegel immer auf und ab schwanken. Dadurch kann man sich schlechter konzentrieren.

Viele Leute glauben, mit Light-Getränken eine Lösung für einen geringeren Zuckerkonsum gefunden zu haben. Light-Getränke enthalten künstliche Süßstoffe anstelle von Zucker und sind daher in ihrem Kaloriengehalt stark reduziert. Süßstoffe helfen aber nicht dabei, sich süße Speisen und Getränke abzugewöhnen. Man wird also auch weiterhin vermehrt zu süßen und damit auch zuckerreichen Getränken und Nahrungsmitteln greifen. Wirklich sinnvoll trinkst du nur mit Wasser, ungesüßten Tees oder auch gespritzten Fruchtsäften.

Eistee enthält im Vergleich zu Limonaden zwar ca. 1/3 weniger Zucker, aber auch Eistee ist ein Genussmittel. Wenn schon Eistee, dann mit möglichst wenig Zucker, am besten ohne Süßstoffe und auf Früchteteebasis (ohne Teein).

Es stimmt, Wasser ist der ideale Durstlöscher. Du kannst aber auch zu gespritzten Fruchtsäften greifen, wenn du geschmackliche Abwechslung möchtest. Du wirst merken: Hast du dich einmal an Wasser und weniger süße Getränke gewöhnt, empfindest du Limonaden und andere Zuckerbomben nach kurzer Zeit als viel zu süß.

Unter Wellnessgetränken versteht man auf Mineralwasser basierende Getränke, die geschmacklich angereichert werden. Aber Achtung: Auch sie enthalten in den meisten Fällen eine Menge Zucker und sind damit keine echte Alternative zu Wasser!

Ein Energydrink ist etwa vergleichbar mit einem Kaffee inkl. 8 Würfelzucker. Nur dass niemand seinen Kaffee freiwillig mit 8 Würfelzuckerstücken trinken würde! Damit das gut schmeckt, braucht es einen hohen Säuregehalt – und der greift wiederum die Zähne an. Die kurzfristig aufputschende Wirkung wird durch den Zucker und durch das enthaltene Koffein erreicht. Gerade der Zucker sorgt – nach einer kurzen Hochphase – aber eher für ein Leistungstief. Wenn du auf diese Zuckerbombe trotzdem nicht verzichten willst: Trink sie möglichst selten. Ebenso wie bei Kaffee gilt auch für Energydrinks: Pro Dose immer ein Glas Wasser trinken!

Day@school

Zw. 6:00 und 7:00 Uhr – Aufstehen
Trink nach dem Aufstehen ein Glas Wasser, um den Flüssigkeitsverlust der Nacht auszugleichen!

Ca. 7:00 Uhr Frühstück
Tee, Milch oder ein Glas Fruchtsaft – trink worauf du Lust hast. Nimm dir eine Flasche Wasser oder gespritzten Fruchtsaft mit in die Schule.

 

Vormittag – Unterricht & Pausen
Zwischendurch und in den Pausen möglichst viel Wasser trinken! Wenn du hin und wieder „Geschmack“ brauchst, greif zu gespritzten Fruchtsäften. Stell dir jeden Tag gleich in der Früh eine ½-Liter-Flasche auf den Tisch, die du dann bis Mittag austrinkst (es darf natürlich mehr sein!).

Zw. 13:00 und 15:00 Uhr – Mittagessen
Wenn Du wirklich Lust auf süße Getränke hast, dann gönn dir jetzt ein Glas davon: Besser 1x zu Mittag als über den ganzen Tag verteilt. Wenn möglich ½ Stunde nach dem Mittagessen Zähne putzen! Wenn nicht: Mit Wasser ausspülen oder einen zuckerfreien Kaugummi kauen, um Zucker und Säuren zu neutralisieren.

Nachmittag
Egal ob im Nachmittagsunterricht, zu Hause oder unterwegs: Viel Wasser trinken. Minimum ist auch am Nachmittag ½ Liter. Achtung Sportler: Auch speziell beworbene Elektrolytgetränke enthalten häufig viel Zucker oder Süßstoffe! Nach dem Sport sind gespritzte Fruchtsäfte ideal und liefern die fehlenden Mineralstoffe.

Zw. 17:00 und 20:00 Uhr – Abendessen
Erinnere dich daran auch beim Abendessen zu trinken. Idealerweise Wasser. Trinkst du etwas Süßes, beschränk dich auf ein Glas. Spätestens nach dem Zähneputzen nur mehr Wasser trinken.


Bestellmöglichkeit für Schulärzte und Lehrer

SchulärztInnen und LehrerInnen können die Broschüre der GSÖ „trinkfit“ in gewünschter Anzahl zur Weitergabe an SchülerInnen kostenlos bestellen.

>> Hier geht´s zur Bestellung.


Weiterführende Links & Downloads

LINKS

Projekt "Schlau trinken"
www.schlau-trinken.at

SIPCAN, die Initiative für ein gesundes Leben.
www.sipcan.at 

 

DOWNLOADS

Informationsbroschüre "trinkfit" für Jugendliche

Lehrunterlagen zum Thema richtiges Trinken