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Themenbereich: Kopfläuse

 

Unsere Expertin:

Dr. Judith Glazer

Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs (GSÖ)

LÄUSE! Was nun?

Besonders zu Schulbeginn, im Herbst und Frühling haben Kopfläuse Hochsaison.
Sehr häufig sind Kindergarten- und Schulkinder betroffen. In diesem Alter werden beim Spielen die Köpfe oft eng zusammengesteckt und die Läuse von einem Kopf zum anderen übertragen. Nicht selten machen in Folge auch Eltern und andere Familienmitglieder „lausige“ Erfahrungen. Sobald bei Ihrem Kind, in seinem Freundeskreis oder bei Schul- und Spielkameraden Läuse entdeckt werden, gilt es, schnell zu handeln. Wenn Sie einige wichtige Schritte beachten, werden Sie die Läuse meist schnell wieder los und verhindern die weitere Ansteckung von Schulkameraden, Freunden und Familienmitgliedern. Auf den folgenden Seiten hat die Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs die wichtigsten Informationen zu Kopfläusen sowie eine Anleitung für Sie zusammengestellt, die bei akutem Lausbefall Hilfestellung bieten soll. Ihre Schulärztin/Ihr Schularzt oder auch Ihre Kinderärztin/Ihr Kinderarzt geben Ihnen gerne Auskunft und stehen für Fragen rund um das Thema Kopfläuse zur Verfügung.

Jedes 3. Kind ist im Laufe der Kindergarten- und Schulzeit zumindest einmal von akutem Lausbefall betroffen.

Bitte unbedingt beachten: 

  1. Informieren Sie unverzüglich Schule oder Kindergarten, wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse entdeckt haben, damit auch andere Kinder möglichst rasch auf Lausbefall kontrolliert werden können.

  2. Ihr Kind kann wieder in die Schule gehen, sobald Sie es sorgfältig mit Anti-Läusemittel behandelt haben. Setzen Sie die Behandlung wie auf der Packung angegeben fort und kontrollieren Sie auch danach weiterhin regelmäßig die Kopfhaut.

Lausige Fakten

  • Jedes 3. Kind macht im Laufe der Kindergarten- und Schulzeit zumindest einmal Bekanntschaft mit Läusen.
  • Die persönliche Hygiene ist dabei nicht entscheidend – auch auf dem saubersten Kopf fühlen sich Läuse wohl.
  • Die Kopflaus ist ein Parasit, der nur den Menschen befällt.
  • Läuse können nicht springen, sondern krabbeln bei engem Kontakt von Kopf zu Kopf
  • Haustiere sind keine Überträger.
  • Ein weibliches Tier legt pro Tag ca. 10 Eier (Nissen)
  • Nach acht Tagen schlüpfen die Läuse und beginnen sofort mit dem Blutsaugen.
  • Abseits des Kopfes vertrocknen Läuse jedoch schon nach wenigen Stunden.

Wie erkennt man Kopfläuse?

Verdächtig ist starkes Jucken der Kopfhaut. Die 2–3 mm großen Läuse erkennt man am besten bei guter Beleuchtung und mit Hilfe einer Leselupe. Das Haar sollte Strich für Strich gescheitelt und genau untersucht werden. Die ca. 1 mm großen Nissen (Eier) sind mit einem starken Kleber (Kit) nahe der Kopfhaut befestigt. Daher können sie mit normalen Shampoos auch nicht entfernt werden. Untersuchen Sie besonders gründlich Nacken, Schläfen und den Bereich um die Ohren.

Was tun bei Lausbefall?

Läuse bei Ihrem Kind? Im Freundeskreis?
Bei Schul- und Spielkameraden?

Folgende systematische Schritte sind nötig, um Ihre Familie lausfrei zu halten bzw. die Läuse so rasch wie möglich nachhaltig wieder loszuwerden:

  • Wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse entdecken, behandeln Sie es umgehend mit Anti-Läusemittel. Nach der angegebenen Einwirkzeit werden die Läuse und Nissen mit einem Nissenkamm entfernt (Beipackzettel beachten!).
  • Kinderfreundlich sind pestizidfreie Mittel auf physikalischer Basis mit kurzen Einwirkzeiten (10 Minuten).
  • Kontrollieren Sie auch alle anderen Familienmitglieder sorgfältig auf Lausbefall.
  • Behandeln Sie betroffene Familienmitglieder ebenfalls umgehend – am besten am gleichen Tag – mit einem Anti-Läusemittel.
  • Wiederholen Sie die Behandlung bei allen Familienmitgliedern nach 8 Tagen! Kontrollieren Sie danach weiterhin regelmäßig die Kopfhaut und führen Sie
    wenn nötig eine neuerliche Behandlung durch.
  • Benachrichtigen Sie alle engen Kontaktpersonen (Freunde, Betreuungspersonen u.a.) bzw. Schule, Kindergarten, Spielgruppen etc., damit auch diese rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können.

Wenn Säuglinge, schwangere Frauen oder stillende Mütter von Läusen befallen sind, sollte die Hausärztin/der Hausarzt oder die Kinderärztin/der Kinderarzt aufgesucht werden.

Wohnungsputz?

Eine Übertragung durch Polstermöbel, Kopfkissen, Autositze oder Plüschtiere ist entgegen häufiger Befürchtung äußerst unwahrscheinlich. Da die Läuse abseits des Kopfes und ohne regelmäßige Blutmahlzeiten innerhalb weniger Stunden vertrocknen, halten die meisten Experten eine aufwendige Reinigung der gesamten Umgebung daher für nicht nötig!

Auch das früher oft empfohlene Einfrieren von Kuscheltieren, Wollkleidung, Mützen, Schals etc. oder das einwöchige Aufbewahren in verschlossenen Plastikbeuteln muss nicht sein, da die Läuse oder Nissen auch ohne diese aufwendige Prozedur rasch absterben. Durch die gemeinsame Verwendung von Haarbürsten oder Kämmen können Läuse jedoch direkt von Kopf zu Kopf weitergegeben werden – es empfiehlt sich daher, alle Haare zu entfernen und Bürsten und Kämme gründlich zu reinigen. Die konsequente und wiederholte Behandlung aller Familienmitglieder mit einem Anti-Läuse-Mittel und die sorgfältige Verwendung des Nissenkammes ist immer noch der wirksamste Weg zu einer lausfreien Familie.

Weiterführende Links & Downloads

LINKS

INGRUBAR, das Systemset gegen Läuse, erhältlich in Ihrer Apotheke und bei DM.  Frei von Pestiziden. Wirkt physikalisch.
www.ingrubar.at

 

DOWNLOADS

Eltern-Informationsfolder der GSÖ: LÄUSE! WAS NUN?