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Themenbereich: Kopfläuse

 

Unsere Expertin:

Dr. Judith Glazer

Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs (GSÖ)


LAUS-ALARM?

Besonders zu Schulbeginn im Herbst und im Frühling haben Kopfläuse Hochsaison. Die winzigen Schmarotzer sind zwar sehr lästig aber zum Glück ungefährlich und übertragen auch keine Krankheiten. Ihr Auftreten hat nichts mit mangelnder Hygiene oder dem sozialen Umfeld zu tun. Daran, dass sie immer wieder auftauchen und sich schnell von Kopf zu Kopf verbreiten, können leider auch hohe hygienische Standards nichts ändern. Tatsache ist: Läuse fühlen sich auch auf den saubersten Köpfen wohl!

Wichtig für Sie als Eltern ist, dass man die aufdringlichen Blutsauger schnell wieder los wird. Sobald bei Ihrem Kind, in seinem Freundeskreis oder bei Schul- und Spielkameraden Läuse entdeckt werden, gilt es daher umgehend zu handeln.

Die Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs hat die wichtigsten Informationen rund um Kopfläuse für Sie zusammengestellt. Ihre Schulärztin/Ihr Schularzt und auch Ihre Kinderärztin/Ihr Kinderarzt geben Ihnen gerne Auskunft und stehen für Fragen rund um das Thema Kopfläuse zur Verfügung.


Bestellmöglichkeiten für Schulen und Kindergärten

SchulärztInnen, LehrerInnen und Kindergärten können die Elternbroschüre der GSÖ „LAUS-ALARM“ in gewünschter Anzahl zur Weitergabe an Eltern kostenlos bestellen.

>> zum Bestellsystem!

 


Typische Anzeichen für den Befall

Sobald die Kopfhaut extrem juckt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Kopfläuse eingenistet haben. Da es auch sein kann, dass sich der typische Juckreiz erst nach einigen Wochen einstellt, sollte man sich nicht darauf verlassen und die Kopfhaut bei jedem Verdacht genau kontrollieren: Die 6-beinigen Insekten ohne Flügel sind höchstens 3 Millimeter groß, dennoch kann man sie beim genauen Hinsehen auch mit dem freien Auge erkennen. Kleinere Larven findet man mit Hilfe einer Leselupe. Ein Nissenkamm ist eine weitere, einfache Möglichkeit, um einen Läusebefall festzustellen: Dazu kämmt man die Haare mit dem Kamm, der besonders eng stehende Metallzinken hat, über einem weißen Tuch gründlich aus und untersucht das Tuch anschließend auf krabbelnde Läuse. Auch Nissen sind ein sicherer Hinweis für Läusealarm: Die ovalen, ca. 0,8 mm langen Eier kleben meist in der Nähe des Haaransatzes.


Wichtig: Keine falsche Scham!

Informieren Sie bitte unverzüglich Schule oder Kindergarten, wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse entdeckt haben, damit auch andere Kinder möglichst rasch auf Lausbefall kontrolliert werden können. Werden Spiel- und Klassenkameraden nicht informiert und aus diesem Grund auch nicht behandelt, ist die Gefahr einer Wiederansteckung sehr hoch! Ihr Kind kann wieder in die Schule bzw. den Kindergarten, sobald es sorgfältig mit Anti-Läuse-Mittel behandelt wurde (siehe CHECKLISTE). Setzen Sie die Behandlung wie auf der Packung angegeben fort, und kontrollieren Sie auch danach weiterhin regelmäßig die Kopfhaut.


Läusealarm? Das ist zu tun!

Nur keine Panik!

Ganz klar: Kopfläuse sind furchtbar lästig. Aber sie sind völlig ungefährlich und übertragen auch keine Krankheitserreger. Durch eine rasche Behandlung kann man die harmlosen Plagegeister auch relativ einfach wieder loswerden. Die Behandlung bei Lausbefall konzentriert sich hauptsächlich auf den Kopf, da die Schmarotzer abseits ihres Lebensraums keine Überlebenschance haben.

So wirken die Anti-Laus-Präparate

Für die Bekämpfung von Kopfläusen waren lange Zeit nur Präparate mit Insektengiften erhältlich, die den Läusen und auch deren Larven schnell den Garaus machten. Hauptwirkstoff ist das aus der Chrysantheme gewonnenen Pyrethrum. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass Kopfläuse gegen diese Wirkstoffe zum Teil bereits resistent geworden sind und die Präparate daher immer öfter nicht mehr ausreichend wirksam sind. Eine gute Alternative sind physikalisch wirkende Produkte. Sie enthalten spezielle Substanzen wie Silikonöl, die in die Atemwege und Poren der Läuse eindringen und so die Atmung blockieren. Diese Produkte sind sowohl gegen die ausgewachsene Kopflaus und gegen die heranwachsende Larve, als auch gegen die Nissen wirksam.


CHECKLISTE: So geht man vor!

  • Sobald man Kopfläuse entdeckt hat, sollte umgehend eine äußerliche Behandlung mit einem guten Anti-Laus-Mittel erfolgen.

  • Für die Anwendung bei Kindern gibt es in der Apotheke rezeptfrei besonders schonende Shampoos ohne Insektizide – z.B. mit natürlichem Neem-Extrakt. Der große Vorteil: Die Läuse können dagegen mit der Zeit keine Resistenzen entwickeln, d.h. die Mittel bleiben auch nach mehrmaliger Anwendung wirksam.

  • Wenn Sie noch keine Erfahrungen damit haben, lassen Sie sich am besten bei der Auswahl des geeigneten Mittels in der Apotheke beraten. Besprechen Sie auch gleich, was bei der Anwendung besonders zu beachten ist.

  • Die Mittel müssen zumeist nur 1x, dafür jedoch genau nach Anweisung angewendet werden. Sie töten erwachsene Läuse, Larven und Nissen verlässlich ab. Die Parasiten ersticken sehr schnell durch die Behandlung und werden nicht vergiftet.

  • Alle anderen Familienmitglieder sollten auf Lausbefall untersucht und bei Bedarf sofort mitbehandelt werden.

  • Auch nach einer erfolgreichen Behandlung sollte die Kopfhaut regelmäßig auf Parasiten kontrolliert werden. Bei Bedarf kann die Behandlung mit diesen unbedenklichen Präparaten regelmäßig wiederholt werden. Leider schützt auch eine erfolgreiche Behandlung nicht vor einer erneuten Ansteckung.

Wie wird man die Läuseeier wieder los?

Auch nach erfolgreicher Behandlung finden sich oft noch Nissen, die hartnäckig in den Haaren kleben bleiben. Keine Angst: Von ihnen geht keine Übertragungsgefahr aus. Dennoch möchte man sie möglichst schnell loswerden. Mit Essigwasser kann man den Nissenklebstoff auflösen und die letzten Reste mit einem möglichst engzinkigen Nissenkamm aus Metall auskämmen. Das ist auch die wirksamste Begleitbehandlung gegen Kopfläuse, wie eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine besagt.


Lausfreie Umgebung

Einfache Maßnahmen reichen völlig aus

Die konsequente Behandlung aller Familienmitglieder mit einem Anti-Läuse-Mittel ist immer noch der wirksamste Weg zu einer lausfreien Familie. Eine Übertragung durch Polstermöbel, Kopfkissen, Autositze oder Plüschtiere ist entgegen häufiger Befürchtung äußerst unwahrscheinlich. Eine versehentlich dort gelandete Laus ist innerhalb weniger Stunden zu geschwächt, um sich an einem neuen Wirt festzuklammern und in Richtung Kopfhaut zu krabbeln. Eine aufwendige Reinigung der gesamten Umgebung ist nicht notwendig! Auch das früher oft empfohlene Einfrieren von Kuscheltieren, Wollkleidung, Mützen, Schals etc. oder das einwöchige Aufbewahren in verschlossenen Plastikbeuteln muss nicht sein. Durch die gemeinsame Verwendung von Haarbürsten oder Kämmen können Läuse jedoch weitergegeben werden – es empfiehlt sich daher, alle Haare aus Bürsten und Kämmen zu entfernen und diese gründlich mit heißem Wasser zu reinigen. Aus hygienischen Gründen empfiehlt sich ein Wechsel der Bettwäsche aller Familienmitglieder.


Lausige Fakten im Überblick

  • Jedes 3. Kind macht im Laufe der Kindergarten und Schulzeit zumindest einmal Bekanntschaft mit Läusen.

  • Die persönliche Hygiene ist dabei nicht entscheidend – auch auf dem saubersten Kopf fühlen sich Läuse wohl.

  • Die Kopflaus ist ein Parasit, der nur den Menschen befällt.

  • Haustiere sind keine Überträger.

  • Läuse sind zwar Insekten, können aber weder fliegen noch springen. Sie gelangen krabbelnd von Kopf zu Kopf.

  • Das häufig heftige Jucken der Kopfhaut bei Lausbefall kommt von der kleinen Menge Speichel, die Läuse bei jeder Blutmahlzeit abgeben.

  • Kopfläuse entwickeln sich über mehrere Stadien vom Ei über die Larve bis zur erwachsenen Laus. Dafür brauchen sie rund 10 Tage.

  • Unter optimalen Bedingungen überlebt eine Laus maximal 30 Tage. Abseits des Kopfes vertrocknen Läuse schon nach wenigen Stunden.

  • Polster, Bettwäsche, Kopfbedeckungen oder Haarbürsten brauchen nur gut gereinigt aber nicht desinfiziert oder entsorgt werden.

Die Teilnahmebedingungen zum Gewinnspiel finden Sie >> hier!


Downloads

Eltern-Informationsfolder der GSÖ: LAUS-ALARM >> hier downloaden!