Themenbereich: Kopfläuse
Unsere Expertin:
Dr. Judith Glazer
Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs (GSÖ)
S.O.S LÄUSEALARM!
Besonders zu Schulbeginn, im Herbst und Frühling haben Kopfläuse Hochsaison. Sehr häufig sind Kindergarten- und Schulkinder betroffen. In diesem Alter werden beim Spielen die Köpfe oft eng zusammengesteckt und die Läuse von einem Kopf zum anderen übertragen. Nicht selten machen in Folge auch Eltern und andere Familienmitglieder „lausige“ Erfahrungen. Wichtig zu wissen: Läuse sind keineswegs ein Zeichen von mangelnder Hygiene! Jeder kann Läuse bekommen – jeder kann sie aber auch wieder loswerden! Sobald bei Ihrem Kind, in seinem Freundeskreis oder bei Schul- und Spielkameraden Läuse entdeckt werden, gilt es, schnell zu handeln. Nur mit einem umfangreichen Programm werden Sie die Läuse wieder los und verhindern die weitere Ansteckung von Schulkameraden, Freunden und Familienmitgliedern. Ihre Schulärztin/Ihr Schularzt oder auch Ihre Kinderärztin/Ihr Kinderarzt geben Ihnen gerne Auskunft und stehen für Fragen rund um das Thema Kopfläuse zur Verfügung.
Jedes 3. Kind ist im Laufe der Kindergarten- und Schulzeit zumindest einmal von akutem Lausbefall betroffen.
Bitte unbedingt beachten:
Informieren Sie unverzüglich Schule, Hort und andere Betreuungseinrichtungen, wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse entdeckt haben.
Ihr Kind darf erst wieder in die Schule (den Kindergarten, Hort etc.), wenn es vollkommen lausfrei ist!
Sofort richtig handeln: Checkliste bei Läusealarm
Wie bekommt man Läuse?
Wie erkennt man Läuse?
Sind Läuse gesundheitsschädlich?
Was tun bei Lausbefall?
Welche Arten von Anti-Läuse-Mittel gibt es und wo kann ich sie bekommen?
Welche Maßnahmen können im Lausfall an der Schule gesetzt werden?
Weiterführende Links und hilfreiche Downloads
Bestellmöglichkeiten für SchulärztInnen und LehrerInnen
SchulärztInnen und LehrerInnen können die Elternbroschüre der GSÖ „S.O.S.-LÄUSEALARM!“ in gewünschter Anzahl zur Weitergabe an Eltern kostenlos bestellen.
>> Hier geht´s zur Bestellung.
Sofort richtig handeln: Checkliste bei Läusealarm
Läusealarm! Was ist zu tun?
Läuse bei Ihrem Kind? Im Freundeskreis? Bei Schul- und Spielkameraden? Folgende systematische Schritte sind nötig, um Ihre Familie lausfrei zu halten bzw. die Läuse so rasch wie möglich nachhaltig wieder loszuwerden:
1. Lausfreie Familie
- Wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse entdecken, behandeln Sie es umgehend mit Anti-Läusemittel. Nach der angegebenen Einwirkzeit werden die Läuse und Nissen mit einem Nissenkamm entfernt. Kinderfreundlich sind Mittel mit kurzen Einwirkzeiten.
- Lesen Sie vor der Anwendung aufmerksam den Beipackzettel und befolgen Sie die Anwendungshinweise.
- Um die Nissen leichter auszukämmen, kann es helfen, das Haar vorher mit stark verdünnten Essigwasser zu spülen (ca. 2 Löffel Speiseessig auf 1 Liter Wasser) oder etwas Babyöl zu verwenden.
- Kontrollieren Sie auch alle anderen Familienmitglieder sorgfältig auf Läusebefall.
- Behandeln Sie betroffene Familienmitglieder ebenfalls umgehend – am besten am gleichen Tag – mit einem Anti-Läusemittel.
- Benachrichtigen Sie alle engen Kontaktpersonen (Freunde, Betreuungspersonen u.a.) bzw. Schule, Kindergarten, Spielgruppen etc.
- Nach 7-10 Tagen ist eine „Sicherheitsbehandlung“ mit Anti-Läusemittel zu empfehlen.
- Kontrollieren Sie anschließend noch mehrere Male im Abstand von einer Woche.
- Wenn Säuglinge, schwangere Frauen oder stillende Mütter von Läusen befallen sind, sollte die Hausärztin/der Hausarzt oder die Kinderärztin/der Kinderarzt aufgesucht werden.
- Achtung: Eine erfolgreiche Behandlung schützt nicht vor neuerlicher Ansteckung! Noch nicht betroffene Kinder und andere Familienmitglieder können mit einem Laus-Abwehrspray (im Drogeriemarkt erhältlich) einer Ansteckung vorbeugen. Vorbeugen ist auch bei wiederholtem Läusealarm an der Schule sinnvoll.
2. Lausfreie Umgebung
- Waschen Sie alle waschbaren Textilien mit einem Laus-Waschmittel. Mittlerweile gibt es Präparate, die bereits bei 30°C wirken und auch empfindliche Textilien schonend von Läusen und Nissen befreien.
- Auch nicht waschbare Textilien (Polstermöbel, Teppiche, Autositze, Stofftiere, Matratzen u.a.) können mit einem Umgebungsspray gegen Läuse behandelt werden (Kopfläuse sterben ab und können dann abgesaugt werden).
- Alternativ können Kuscheltiere, Wollkleidung, Mützen, Schals etc. auch zwei Tage bei -18°C eingefroren oder bei Zimmertemperatur (20-22°C) mindestens 3 Tage bzw. bei kühleren Temperaturen 1 Woche im Plastikbeutel aufbewahrt werden.
- Bürsten, Kämme und Haarspangen gründlich von Haaren befreien und in eine Läusemittel-Lauge einweichen.
- Handtücher häufig wechseln (ebenfalls mit Laus-Waschmittel waschen) und getrennt aufhängen.
Hier können Sie die Checkliste auch downloaden und ausdrucken.
Wie bekommt man Läuse?
Kopfläuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene. Auch auf dem saubersten Kopf können sich Läuse ansiedeln. Sie können nicht fliegen oder springen, sondern krabbeln bei engem Kontakt beim Spielen oder Herumtollen von Kopf zu Kopf, um sich dort von Blut zu ernähren. Durch die gemeinsame Verwendung von Haarbürsten, Kämmen und Kopfbedeckungen werden Läuse besonders leicht weitergegeben. Aber auch auf Polstermöbeln, Kopfkissen, Autositzen und Plüschtieren machen es sich die Läuse gerne bequem. Sie können abseits des Kopfes bis zu 3 Tage überleben und sich auch auf diesem Weg verbreiten.
Wie erkennt man Kopfläuse?
Ein untrügliches Zeichen für akuten Lausbefall ist das starke Jucken der Kopfhaut, das durch Bisse der Laus ausgelöst wird, die alle 2-3 Stunden Blut saugt. Erst der starke Befall macht sich jedoch durch Juckreiz bemerkbar. Daher sollte man beim Auftreten von Läusen in der Klasse oder näheren Umgebung unbedingt regelmäßig die Kopfhaut des Kindes auf das Vorhandensein von Läusen oder Nissen (Eiern) kontrollieren. Die bis zu 3mm großen Läuse und die noch kleineren Nissen sind meist nur bei genauem Hinschauen zu entdecken: Das Haar am besten Strich für Strich scheiteln und bei guter Beleuchtung mit einer Leselupe untersuchen. Ausgewachsene Läuse können pro Tag bis zu 10 Eier („Nissen“) legen. Besonders gerne sitzen diese nahe an der Kopfhaut hinter den Ohren, im Nacken und an den Schläfen. Läuseeier (genannt Nissen) kleben fest an den Haaren und lassen sich, anders als Schuppen, nicht einfach abschütteln oder wegblasen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich um Schuppen oder Nissen handelt, ziehen Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt zu Rate.
Unter die Lupe genommen sehen die 2-3 mm großen Läuse folgendermaßen aus:
Sind Läuse gesundheitsschädlich?
Läuse sind sehr lästig, aber nicht gesundheitsschädlich. Manchmal kommt es durch den starken Juckreiz zu Kratzwunden, die sich entzünden können. In sehr seltenen Fällen kommt es zu eitrigen Hautausschlägen und auch die Lymphknoten können anschwellen. Ist dies der Fall, sollten Sie unbedingt Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder Ihre Kinderärztin/Ihren Kinderarzt aufsuchen. In den meisten Fällen geht die lästige Lausplage jedoch rasch vorüber, wenn Sie schnell aktiv werden und die richtigen Schritte setzen. >> Hier finden Sie die Checkliste
Was tun bei Lausbefall?
Jeder kann Läuse bekommen – jeder kann sie aber auch wieder loswerden! Wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse entdecken, gilt vor allem: Ruhe bewahren! Läuse sind lästig, aber harmlos und nicht gesundheitsschädlich. Um die ungebetenen Gäste rasch wieder loszuwerden, gilt es, schnell aktiv zu werden und konsequent einige wichtige Regeln zu beachten. Eine genaue Anleitung finden Sie auf unserer >> Checkliste.
Kontrollieren Sie unbedingt alle Familienmitglieder auf Lausbefall. Auch für eine vorbeugende Behandlung gibt es geeignete Anti-Läusemittel („Abwehrspray“). Wenn Sie trotz Behandlung nicht sicher sind, ob Sie alle Läuse und Nissen „erwischt“ haben, ziehen Sie bitte eine Ärztin/einen Arzt zu Rate. Um die Läuse gründlich zu entfernen und ein neuerliche Ansteckung zu verhindern, muss auch das gesamte Umfeld (Kleidung und andere Textilien, Polstermöbel, Matratzen, Autositze, Plüschtiere etc.) mit speziellen Präparaten gereinigt und behandelt werden.
Welche Maßnahmen können im Lausfall an der Schule gesetzt werden?
Wichtigste Maßnahme, um die Ausbreitung der Läuse zu verhindern, ist der Hinweis, dass betroffene Kinder der Schule fern bleiben müssen, bis sie vollkommen lausfrei sind. Wir möchten Eltern nahe legen, dies im Sinne aller zu beachten. Wenn bei einem Kind Läuse festgestellt werden, werden die Eltern umgehend benachrichtigt und gebeten, ihr Kind abzuholen. In der Regel werden in Folge alle Eltern informiert und ersucht, ihr Kind auf eventuellen Lausbefall zu kontrollieren. Weisen Sie Kinder darauf hin, keine fremden Kopfbedeckungen aufzusetzen. Die Entlausung von Klassenräumen, Schulmöbeln, Büchern oder Heften ist nicht zielführend und erforderlich, da Läuse sich an diesen Orten praktisch nie festsetzen. Während zuhause die Behandlung von Bettwäsche, Kleidung, Polstermöbeln, Stofftieren, Haarbürsten u.a. zur nachhaltigen Entfernung der Läuse unbedingt nötig ist! Mehr dazu unter >> Checkliste
Welche Anti-Läuse-Mittel gibt es und wo kann ich sie bekommen?
Es gibt verschiedene chemische Anti-Läusemittel (Insektizide), die Sie in der Apotheke erhalten. Darüber hinaus gibt es Anti-Läusemittel ohne Insektizide, die rein physikalisch wirken und im Drogeriemarkt (BIPA, DM) erhältlich sind. Diese ummanteln die Parasiten mit einem Ölfilm, der die Läuse vertrocknen lässt. Diese Mittel können bereits bei Kindern ab 2 Jahren sowie auch bei Asthma oder Ekzemen angewendet werden. In jedem Fall gilt es, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die Anwendungshinweise genau zu befolgen.
Darüber hinaus stehen zur Wiederherstellung einer lausfreien Umgebung Läusewaschmittel (teils schon bei 30°C wirksam), Umgebungsspray (für nicht waschbare Textilien) sowie auch ein „Abwehrspray“ zur Vorbeugung zur Verfügung (z.B. bei wiederholtem Läusealarm an der Schule oder für noch nicht betroffene Kinder und andere Familienmitglieder sinnvoll).
Weiterführende Links und hilfreiche Downloads
LINKS
K.Laus, die Anti-Läuse Produktlinie erhältlich bei BIPA, DM und Interspar: www.k-laus.at
DOWNLOADS
Eltern-Informationsfolder der GSÖ: S.O.S. Läusealarm!
GSÖ-Checkliste bei Lausbefall











