GSÖ
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Aktuelles Thema: Arzneimittel

 

Unser Experte:

 

Mag. pharm. Max Wellan

Präsident der Österreichischen Apothekerkammer


GSÖ Schwerpunktthema: Sicherer Umgang mit Arzneimitteln

Für Unterrichtszwecke zur Verfügung stehen das Jugendmagazin „pharmacy“ & Lehrunterlagen:

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Was ist überhaupt ein Arzneimittel? Was tut es in unserem Körper?  Worauf sollte man achten? Wenn Medikamente falsch angewendet werden, können sie in unserem Körper großen Schaden anrichten. Richtig angewendet können sie dagegen Erkrankungen heilen, Beschwerden lindern und täglich viele Menschenleben retten! Wichtig ist auch zu erkennen, dass Medikamente nicht alles heilen können: Es gibt keine Tabletten gegen Liebeskummer, keine die uns so klug machen, dass wir in 3 Stunden den gesamten Maturastoff lernen können und auch keine, die uns auf Dauer glücklich machen.  Ganz im Gegenteil: Wenn man es versucht, hat man obendrein meist noch ein viel größeres Problem!  Bei Fragen rund um Arzneimittel sind ÄrztInnen und ApothekerInnen die richtigen Ansprechpartner. Wo du die nächste offene Apotheke findest (auch nachts!), erfährst du rund um die Uhr unter der Telefonnummer 1455.  Wenn du Fragen hast und Hilfe brauchst, ist auch deine Schulärztin/dein Schularzt immer für dich da.  Klopf einfach an die Tür!


Was sind Arzneimittel?

Rezeptpflichtig oder rezeptfrei?

Wie können Arzneimittel verabreicht werden?

Was sind Generika?

Hat jedes Medikament Nebenwirkungen?

Was ist mit „Wechselwirkungen“ gemeint?

ACHTUNG: Gefahr durch „legale“ Drogencocktails!

Notfallhilfe: Die Pille danach

ApoTalker: Beratung in der Apotheke

ACHTUNG FAKE: Fälscherfalle Internet

Download Apo-App: Wo ist die nächste AP(P)otheke?

Apotheken-Ruf 1455

Welche Berufe gibt es in der Apotheke? 

Kaliumjodid-Tabletten: Abholaktion in den Apotheken


Was sind Arzneimittel?

Arzneimittel enthalten Wirkstoffe, die in unserem Körper einen nachweisbaren Effekt haben.  Sie haben Wirkungen –  aber auch Nebenwirkungen – und dürfen daher nur in Apotheken verkauft werden. Sie können

  • Krankheiten heilen (z.B. Antibiotika gegen Lungenentzündung),
  • Beschwerden lindern (z.B. Kopfschmerztabletten) oder
  • Krankheiten oder Beschwerden vorbeugen (z.B. Impfstoffe)

Arzneimittel werden aus chemischen Substanzen hergestellt oder aus Pflanzen, Tieren, Algen, Pilzen, Flechten, Mikroorganismen und Viren gewonnen.  Vor ihrer Anwendung am Menschen werden Arzneimittel genau geprüft und müssen ein strenges Verfahren durchlaufen, um zu beweisen, dass sie wirksam und sicher sind.


Rezeptpflichtig oder rezeptfrei?

Es gibt 2 Arten von Medikamenten:

  1. rezeptpflichtige (verschreibungspflichtige) Medikamente:  Eine Ärztin/ein Arzt muss diese Medikamente verordnen. Du erhältst ein Rezept, das du in einer Apotheke einlösen kannst.

  2. rezeptfreie Medikamente: Arzneimittel gegen leichte Beschwerden kann man auch ohne Rezept in einer Apotheke bekommen. Die Apothekerin/der Apotheker unterstützt dich dabei, ein geeignetes Medikament für dich zu finden z.B. bei einer Erkältung, leichten Schmerzen u.a.

Man bezahlt dann für jede Packung eines rezeptpflichtigen Medikaments eine Rezeptgebühr (= Selbstbehalt von 5,10 Euro) wenn der Preis des Medikamentes über diesem Betrag liegt. Den Rest übernimmt die Versicherung. Bei einem besonders niedrigen Familieneinkommen kann man auch eine Befreiung von der Rezeptgebühr beantragen.


Wie können Arzneimittel verabreicht werden?

Die Wirkstoffe werden dabei z.B. über den Verdauungstrakt (wenn man z.B. ein Medikament schluckt), über die Haut (z.B. bei einer Creme) oder über die Schleimhäute aufgenommen (z.B. bei Nasentropfen, Augentropfen aber auch bei Zäpfchen). Für die Wirkung des Arzneimittels im Körper spielt es eine sehr große Rolle, wie es verabreicht wird. Bei der Herstellung von Arzneimitteln wird daher versucht, die Wirkstoffe möglichst optimal zu „verpacken“, damit sie im Körper bestmöglich ihre Wirkung entfalten können.


Hier einige Beispiele:


Was sind Generika?

Das sind „nachgebaute“ Medikamente, die den gleichen Wirkstoff haben wie das originale Medikament. Sie sind vollkommen legal und hochwertig hergestellt. Sie dürfen erst auf den Markt kommen, wenn das Patent des Originals abgelaufen ist und sind darum günstiger.


Nebenwirkungen

Bei den meisten Substanzen, die im Körper eine erwünschte Wirkung zeigen, können auch in irgendeiner Form Nebenwirkungen auftreten. Diese können ganz harmlos (z.B. Müdigkeit) oder auch schwerwiegend sein. Manche Medikamente erzeugen Abhängigkeit – auch das ist eine Art „Nebenwirkung“. Viele im Beipacktext aufgezählte Nebenwirkungen kommen sehr selten vor, müssen aber trotzdem dort angeführt sein. Das zeigt auch, dass es nötig ist, Medikamente mit Vorsicht einzusetzen! Um die Nebenwirkungen möglichst in Grenzen zu halten, ist die richtige Anwendung von Arzneimitteln entscheidend. Sonst können sie auch  gefährlich – und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein!


Wechselwirkungen

Wenn man mehrere Medikamente gleichzeitig einnimmt kann es sein, dass sich nicht alle gut vertragen. Das kann ziemlich gefährlich sein. Man muss also gut aufpassen, welche Arzneimittel zusammen eingenommen werden dürfen und welche nicht. Manche Wirkstoffe, z.B. Johanneskraut, können die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln verringern! Darum solltest du zur Sicherheit immer in der Apotheke Bescheid sagen, welche Arzneimittel du einnimmst!


ACHTUNG: Gefahr durch „legale“ Drogencocktails!


Notfallhilfe: Die Pille danach

Auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille, der Verhütungsring oder das Verhütungspflaster sind Arzneimittel und daher nur in der Apotheke mit Rezept erhältlich. Falls du ohne Verhütung Sex hattest oder bei der Verhütung Fehler passiert sind (Kondom gerissen, Pille vergessen etc.) wäre eine Schwangerschaft grundsätzlich möglich. Für diese Notfälle ist in deiner Apotheke die „Pille danach“ ohne Rezept erhältlich. Sie ersetzt keine normalen Verhütungsmethoden und ist nur für den Notfall geeignet. Das Wichtigste: Die Pille danach muss möglichst rasch (am besten in den ersten 12 Stunden!) nach dem ungeschützten Sex eingenommen werden! Komm also gleich in deine Apotheke. Es braucht dir dort nichts peinlich zu sein. Du kannst alle deine Fragen stellen und man hilft dir mit Sicherheit gut weiter!


ApoTalker: Beratung in der Apotheke

ApothekerInnen sind ExpertInnen für alle Fragen rund um Medikamente und deren Anwendung. Auch wenn du Fragen zur Verhütung (Anwendung, Pille danach etc.) oder Nahrungsergänzung (z.B. für Sport) hast, bekommst du in deiner Apotheke Auskunft.

Diese Fragen sind echt wichtig, darum solltest du auch möglichst genau Antwort geben. Auch du selbst kannst Fragen stellen. Was du unbedingt wissen solltest bevor du nachhause gehst:

TIPP für ein ungestörtes Gespräch: Wenn dir ein Thema unangenehm ist, kannst du deine Apothekerin/deinen Apotheker ruhig darauf ansprechen, z.B. mit „Ich würde Sie gerne etwas fragen, möchte aber nicht, dass andere Leute zuhören“. Dann weiß deine Apothekerin/dein Apotheker Bescheid und kann in einer ruhigen Ecke mit dir sprechen.


ACHTUNG FAKE: Fälscherfalle Internet

Ob Puma, Nike oder Abercrombie & Fitch – neben der Original-Markenkleidung überschwemmt eine Flut billiger Fälschungen den Markt. Wusstest du, dass auch der Handel mit gefälschten Medikamenten boomt? In den meisten Fällen kommt die gefälschte Ware auch bei Arzneimitteln über das Internet unter die Leute.  Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei einem im Internet bestellten Medikament um eine Fälschung handelt, liegt bei rund 95%! Medikamentenfälschungen aus dem Internet sind im besten Fall wirkungslos – im schlimmsten Fall ist die Einnahme gesundheitsschädigend oder tödlich!

Achtung: Wo „Internet-Apotheke“ draufsteht ist noch lange keine echte Apotheke drin! Jeder kann auf Websites schreiben, was er will – das muss noch lange nicht der Wahrheit entsprechen.

Echte Medikamente gibt´s nur in einer echten Apotheke!
Kauf also auch jede Art von Medikamenten ausschließlich in einer echten Apotheke! In Österreich stehen dir 1.320 Apotheken zur Verfügung, in denen du mit Sicherheit nur originale Medikamente bekommst und auch noch gut beraten wirst.


Download Apo-App: Wo ist die nächste AP(P)otheke?

Wer wissen will, wo sich die nächste Apotheke befindet und ob diese auch offen hat, erhält über „Apo-App“ rasche und genaue Auskunft. Das Apotheken-App ist vollkommen kostenlos, liefert Öffnungszeiten, eine genaue Wegbeschreibung über Maps oder über das Internet und kann bei Bedarf telefonisch mit der Apotheke verbinden. Öffnet eine der nächstgelegenen Apotheken in absehbarer Zeit, gibt es dir ebenso Bescheid. Auch mitten in der Nacht findest du so die nächste dienstbereite Apotheke in deiner Umgebung.

Download für iPhone, Android oder Windows Phone 7:

http://itunes.apple.com/at/app/apo-app/id438452145

https://market.android.com/details?id=at.or.apotheker

http://www.windowsphoneapplist.com/apo-app-a27668.html


Apotheken-Ruf 1455

Ob Grippe, Schmerzen oder eine Frage zur Medikamenteneinnahme: Nimm nicht einfach irgendetwas ein, sondern frag eine Apothekerin/einen Apotheker um Rat! Wir sind rund um die Uhr für dich da. Der Apotheken-Ruf 1455 ist rund um die Uhr, 24 Stunden, 365 Tage lang erreichbar. Dort erhältst du in dringenden Fällen Antworten auf pharmazeutische Fragen direkt von einer Apothekerin/einem Apotheker.


Welche Berufe gibt es in der Apotheke?

Sowohl mit Studium als auch mit einer Lehre gibt es in Apotheken interessante Tätigkeitsbereiche. Mehr über den Beruf der Apothekerin/des Apothekers bzw. der Kaufmännischen Assistenz findest du hier in unserem Infoblatt: >> Download PDF

Weitere Infos zum Thema Pharmaziestudium findest du unter: www.pharmapoint.at

Kaliumjodid-Tabletten: Abholaktion in den Apotheken

Für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren
Die Reaktorunfälle in Tschernobyl 1986 und in Fukushima 2011haben gezeigt, dass radioaktive Unfälle trotz umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen nicht vollkommen ausgeschlossen werden können. Da es auch in Ländern um Österreich Kernkraftwerke gibt, sorgen die zuständigen Strahlenschutzbehörden auch bei uns für den Ernstfall vor.

Kaliumjodid-Tabletten schützen die Schilddrüse
Eine der wichtigsten Maßnahmen im Fall einer Reaktorkatastrophe ist die Einnahme von Kaliumjodid-Tabletten zum Schutz der Schilddrüse vor Strahlung. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, durch Strahlung an Schilddrüsenkrebs zu erkranken.* Glücklicherweise kann das aber durch Kaliumjodid-Tabletten verhindert werden! Das stabile Jod der Tabletten sättigt die Schilddrüse vorübergehend. Dadurch wird die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse blockiert.

Einnahme nur nach Aufforderung!
Nimm Kaliumjodid-Tabletten nicht auf eigene Faust ein, sondern nur dann, wenn die Gesundheitsbehörden im Radio oder TV dazu ausdrücklich aufrufen.

Wichtig: Damit das Kaliumjodid seine Schutzwirkung entfalten kann, kommt es auf den genauen Einnahmezeitpunkt an. Dieser kann – je nachdem wo sich die radioaktive Wolke befindet – innerhalb Österreichs auch unterschiedlich sein. Bitte nimm die Tablette deshalb nie ohne ausdrückliche vorherige Aufforderung durch die Gesundheitsbehörden ein.

Woher bekomme ich die Kaliumjodid-Tabletten?
In der schule: Sollte es während der Schulzeit zu einem Reaktorunfall kommen, stehen die Tabletten dort für alle SchülerInnen zur Verfügung.

Zuhause: Kaliumjodid-Tabletten sollten unbedingt auch in jeder Hausapotheke vorrätig sein, um bei einem Reaktorunfall außerhalb der Schulzeit (etwa in den Ferien oder am Wochenende) rasch zur Verfügung zu stehen!

Auch du solltest daher unbedingt eine Packung Kaliumjodid-Tabletten zuhause haben! Für alle Kinder und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind die Tabletten kostenlos!
Erzähl deinen Eltern davon und hol dir deine Packung in der Apotheke ab.

Wer soll im Notfall sonst noch Kaliumjodid-Tabletten einnehmen?
Schwangere und Stillende (auch für sie sind die Tabletten kostenlos erhältlich!) und alle Personen unter 40 Jahren (diese Personen können 10 Stück Kaliumjodid-Tabletten zu einem Preis von 2,75 EURO in der Apotheke erwerben). Personen über 40 Jahre sollen die Tabletten nicht mehr einnehmen, da ihr strahlenbedingtes Krebsrisiko sehr gering ist.


Weiterführende Links

Österreichische Apothekerkammer
http://www.apotheker.or.at

Infoportal für's Pharmaziestudium
http://www.pharmapoint.at 


Downloads

Jugendmagazin der GSÖ in Kooperation mit Österreichs Apotheken:
Thema: Sicherer Umgang mit Arzneimitteln
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Lehrunterlagen zum Magazin
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Bestellmöglichkeit für SchulärztInnen und LehrerInnen

SchulärztInnen und LehrerInnen können die Broschüre der GSÖ in gewünschter Anzahl zur Umsetzung von Unterrichtsschwerpunkten und zur Weitergabe an SchülerInnen kostenlos bestellen.

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